Parlamentswahl
Japanische Regierungschefin kündigt nach Wahlsieg "bedeutenden Politikwechsel" an

Japans Ministerpräsidentin Takaichi will mit der neugewonnenen Zweidrittel-Mehrheit ihrer liberaldemokratischen Partei, LDP, einen Kurswechsel vollziehen. Die japanische Öffentlichkeit habe habe sich dafür entschieden, sagt die nationalistische Hardlinerin auf einer Pressekonferenz in Tokio. Sie trage nun die sehr große Verantwortung und wolle Japan stärker und wohlhabender machen.

    Japans Ministerpräsidentin Takaichi steht hinter einem Rednerpult.
    Die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Takaichi hat den größten Wahlsieg ihrer Geschichte errungen. (AP / Franck Robichon)
    Takaichi hatte mit ihrem Regierungsbündnis bei der Parlamentswahl eine Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Sie hatte die vorgezogene Unterhaus-Wahl überraschend angesetzt, um sich eine breitere parlamentarische Basis zu verschaffen. Mit der Zweidrittel-Mehrheit kann die LDP im Unterhaus nun sogar Beschlüsse des Oberhauses überstimmen.

    Nähe zu den USA

    Außenpolitisch tritt Takaichi offensiv gegenüber China auf - und zeigt große Nähe zu den USA. Sie Sie kündigte an, bei einem Besuch in Washington im März ein "neues Kapitel zwischen Japan und den USA aufzuschlagen". Sie werde zusammen mit Trump "eine Vielzahl von Vorhaben weiter voranbringen". Konkret nannte sie Diplomatie, Wirtschaft und Sicherheit.
    Trump hatte Takaichi bereits am Sonntag zu ihrem "Erdrutschsieg" gratuliert.

    Offensiv gegenüber China

    Takaichi zeigte sich auch offen für einen Dialog mit China. Ein bereits begonnener "Meinungsaustausch" mit Peking werde fortgesetzt. Die japanische Regierung werde dabei "ruhig und angemessen" vorgehen. Gleichzeitig wolle sie Japans Staatsgebiet, seine Hoheitsgewässer und seinen Luftraum entschlossen schützen.
    Peking warnte Tokio vor einem "unbesonnenen" Vorgehen. "Wenn die Rechtsaußen-Kräfte in Japan die Situation falsch einschätzen und unbesonnen handeln, werden sie unweigerlich mit einer entschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft rechnen müssen", hieß es vom chinesischen Außenministerium.
    Der Leiter des Büros der Friedrich Ebert Stiftung in Tokio, Saaler, sprach von einem riskanten Kurs der Ministerpräsidentin. Japan sei militärisch unterlegen und wirtschaftlich abhängig von Peking, sagte Saaler im Deutschlandfunk.
    Diese Nachricht wurde am 09.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.