Mittwoch, 25. Mai 2022

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Jazz Live
Nils Wograms Nostalgia

2013 erhielt Nils Wogram den alle zwei Jahre vergebenen Albert-Mangelsdorff-Preis, Deutschlands renommierteste Jazz-Auszeichnung.

Von Karsten Mützelfeldt | 19.08.2014

Eine Posaune
Swingender und bluesgetränkter Jazz gehören auch zu den Spielarten des Nostalgia Trios. (Corinne Hächler)
Der in Braunschweig geborene und heute in Zürich lebende Posaunist hat immer wieder betont, dass er die Leistung fester, über einen längeren Zeitraum zusammenbleibender "working bands" zu den wichtigsten Beiträgen der Jazzgeschichte hält. Und so leitet Wogram gleich mehrere eigene Formationen. Eine dieser Bands ist das vor zehn Jahren gegründete Nostalgia Trio (dessen jüngstes Album, das Anfang 2015 erscheint und im Deutschlandfunk produziert wurde) – mit dem niederländischen Organisten Arno Krijger und dem Schlagzeuger Dejan Terzic.
Der 41-jährige Posaunist mochte durchaus von nostalgischen Gefühlen geleitet worden sein, als er ein Trio mit Hammond-Orgel zusammenstellte und somit Reminiszenzen an ein populäres Instrumentalformat der 50er- und 60er-Jahre weckte. Und swingender und bluesgetränkter Jazz gehören tatsächlich auch zu den Spielarten des Nostalgia Trios.Doch Wogram wäre nicht Wogram, wenn er diese Assoziation nicht gelegentlich mit Witz und Verve durchkreuzen und deutlich machen würde, dass dies sehr wohl Musik von heute ist.
Nils Wogram, Posaune
Arno Krijger, Hammond-Orgel
Dejan Terzic, Schlagzeug
Aufnahme vom 28.6.14 bei Jazzbaltica in Niendorf.