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JazzFacts
Lyriker mit vollem Ton

Mecklenburg gilt nicht eben als Kernregion der hiesigen Jazzlandschaft – und doch hat hier einer der meistversprechenden jungen deutschen Saxofonisten seine Wurzeln: der 1986 geborene Christoph Möckel.

Von Michael Kuhlmann | 11.09.2014
    Er stammt aus der Talentschmiede eines Schweriner Musikgymnasiums und war früh aktiv in Chor und Big Band. Bei Jugend musiziert und Jugend jazzt gehörte er zu den Preisträgern und inzwischen hat er ein Jazzstudium an der Kölner Musikhochschule absolviert. Doch in der Szene machte Möckel schon als Student auf sich aufmerksam: in Jazz-Big-Bands mit Donny McCaslin und Frederik Köster, in Sebastian Sternals klassisch inspiriertem Symphonic Jazz an der Seite von Niels Klein und Jonas Burgwinkel.

    Der Saxofonist profiliert sich als Sideman und Solist mit Geschmack: Auf dem Tenorsaxofon hat er einen warmen, runden Ton; auf dem technisch kniffligen Sopransaxofon überzeugt er mit sicherer Intonation und gekonnt lyrischen Linien. In kreativen jungen Ensembles wie Lucas Leidingers Ebene Null oder dem Offshore Quintet des Vibrafonisten Dierk Peters trägt er so zum melodischen Profil bei; früh präsent war er auf den Festivals in Burghausen und Bonn sowie bei der Jazzahead in Bremen.
    Höchste Zeit war es da für die erste eigene CD, die Möckel in klassischer Quintettbesetzung im Studio des Deutschlandfunks aufgenommen hat.