
Man stehe wegen des demografischen Wandels vor riesigen finanziellen Herausforderungen in den 2030er-Jahren, sagte Winkel im Deutschlandfunk. Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, betriebliche und private Altersvorsorge verpflichtend einzuführen. Man müsse den Menschen die Angst vor dem Kapitalmarkt nehmen. Außerdem rief er dazu auf, den Nachhaltigkeitsfaktor bei den Rentenerhöhungen wieder zu aktivieren. Winkel appellierte an den Koalitionspartner SPD, reformbereit aufzutreten.
Juso-Chef Türmer warf der Union einen "Klassenkampf von oben" vor. Der Magazin "Politico" forderte er, dies zu beenden. Politik müsse im Allgemeinwohlinteresse gemacht werden und nicht nur im Interesse "einer kleinen Klasse". Am Ende dürfe nicht weniger bei den Arbeitnehmern ankommen und mehr Gewinne bei den Unternehmen. In einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel" führte der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation aus, die Union wolle die Interessen einer kleinen Gruppe von Arbeitgebern gegen 46 Millionen Beschäftigte durchsetzen. Als Beispiele nannte er die Debatte über die Teilzeit, das Arbeitszeitgesetz oder die telefonische Krankschreibung. Türmer sieht den Staat in der Pflicht, die Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen. Dazu gehörten Investitionen in Infrastruktur, günstige Energie und ein leistungsfähiges Bildungssystem.
Wirtschaftsrat der CDU will Einschnitte
Kanzler Merz hatte angekündigt, dass noch in diesem Jahr mit der Reform der Altersvorsorge begonnen werde. Merz zufolge soll die gesetzliche Rentenversicherung zwar bleiben, aber nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus werden.
Der Wirtschaftsrat der CDU hatte unlängst deutliche Einschnitte in den Sozialstaat gefordert. Um einen weiteren Anstieg der Sozialabgaben zu verhindern, sollten unter anderem die Mütterrente, die Rente mit 63 und die Grundrente gestrichen werden, heißt es in einem Reformpapier des CDU-nahen Lobbyverbandes.
Diese Nachricht wurde am 05.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
