Nahost
Jüdische Autorin wirft Berlin blinde Gefolgschaft gegenüber der israelischen Regierung vor

Die deutsch-amerikanische Schriftstellerin Deborah Feldman kritisiert die Haltung der Bundesregierung im Gaza-Krieg. Die einseitige Loyalität der Bundesregierung gegenüber der Regierung in Jerusalem werde selbst in Israel kritisch gesehen, sagte Feldman der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

13.11.2023
    Das Foto zeigt Deborah Feldman.
    Die Schriftstellerin Deborah Feldman (imago / Metodi Popow)
    Uneingeschränkte Solidarität mit Israel sei gleichbedeutend mit der Bereitschaft, gegenüber Israel blind zu sein, kritisierte die jüdische Bestseller-Autorin: "Die Staatsräson sagt: Wir gucken nicht hin, was ihr mit den Palästinensern macht, wenn ihr nicht wollt, dass wir hinschauen." Nach Feldmans Meinung läuft die deutsche Politik deshalb Gefahr, als nicht mehr eigenständig, sondern nur noch als Ableger von einem rechtsnationalen Israel wahrgenommen zu werden. Die deutsche Politik müsse aber in der Lage sein, an der Seite Israels zu stehen und Israels Politik im Gaza-Krieg zu kritisieren. Man dürfe einen kritischen Diskurs nicht abwürgen.
    Deborah Feldman ist die Autorin des autobiographischen Romans "Unorthodox" (2012), der später als Netflix-Serie verfilmt wurde. In dem Buch beschreibt sie ihre Kindheit und Jugend in der ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft der Satmarer im New Yorker Stadtteil Williamsburg.