Halle (Saale)
Jüdische Studenten versperren neuem AfD-Landtagsvize Tillschneider Zutritt zu Synagoge

Bei einer Gedenkfeier für die Opfer des versuchten Anschlags auf eine Synagoge in Halle (Saale) ist dem neuen Vizepräsidenten des sachsen-anhaltischen Landtags, Tillschneider, der Zutritt versperrt worden.

    Vertreter der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands versperren vor Hans-Thomas Tillschneider (AfD), stellvertretender Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt, den Eingang zur Synagoge in Halle/Saale.
    Vertreter der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands versperren vor Hans-Thomas Tillschneider (AfD), stellvertretender Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt, den Eingang zur Synagoge in Halle/Saale. (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
    Mitglieder der jüdischen Studierendenunion Deutschlands hinderten den AfD-Politiker am Betreten. Sie würden Rechtsextreme nicht noch einmal in ihre Synagoge lassen. Er sei nicht erwünscht. Tillschneider verließ den Ort schließlich wieder. Der Vorsitzende des damaligen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Anschlags, Striegel, nannte die Aktion der Studenten ein Zeichen von Menschlichkeit. Der Grünen-Politiker sagte im Deutschlandfunk, Tillschneider und der Attentäter teilten dieselbe Ideologie, die des sogenannten "großen Austauschs".
    Heute vor sieben Jahren hatte ein Bewaffneter versucht, sich Zugang zu der Synagoge zu verschaffen. Zu dem damaligen Zeitpunkt begingen dort rund 50 Menschen den Feiertag Jom Kippur. Als der Attentäter nicht ins Gebäude gelangen konnte, erschoss er eine Passantin und eröffnete das Feuer auf einen türkischen Imbiss. Ein Gast wurde tödlich verletzt. Ein Gericht verurteilte den Täter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.
    Diese Nachricht wurde am 09.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.