Studie
Jugendliche in Deutschland warten länger mit dem ersten Sex

Jugendliche in Deutschland lassen sich mit dem ersten Geschlechtsverkehr mehr Zeit als noch vor ein paar Jahren. Das ist ein Ergebnis einer Befragung, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit letztes Jahr unter mehr als 5.800 14- bis 25-Jährigen durchgeführt hat.

    Man sieht die Arme eines Paares, das Händchen hält, im Schnee.
    Junge Menschen lassen sich mit dem ersten Geschlechtsverkehr Zeit. (IMAGO / Westend61 / IMAGO / Viola Bulatova)
    Demnach haben 23 Prozent der 16-Jährigen schon Geschlechtsverkehr gehabt - bei der Vorgängeranalyse 2019 waren es 34 Prozent. Während junge Menschen bei der letzten Erhebung 2019 bereits mit 17 Jahren mehrheitlich sexuell aktiv waren, zeigt die aktuelle Befragung, dass sie sich inzwischen mehr Zeit lassen. Heute haben die meisten mit 19 Jahren ihr erstes Mal erlebt.
    Auch beim ersten Kuss lassen sich viele Befragten mehr Zeit. Die meisten erleben das erste Mal in einer Beziehung - bei Frauen ist der Anteil etwas höher als bei Männern. Eine hohe Zahl derjenigen, die noch keinen Sex hatten, sagte, dass die richtige Person dafür fehlt oder sie sich noch zu jung dafür fühlen.
    Verhütet hat laut der Befragung ein Großteil. Nur sechs Prozent haben angegeben, das beim ersten Mal nicht gemacht zu haben. Die deutliche Mehrheit (76 Prozent) setzt auf das Kondom - rund 30 Prozent nehmen die Pille.
    Infos über Sex und Verhütung holen sich Jugendliche laut der Befragung außerdem vor allem in der Schule. Das Internet ist bei der Aufklärung dagegen etwas unwichtiger geworden. 2019 haben noch 59 Prozent der Befragten online nach Infos gesucht, letztes Jahr waren es noch 53 Prozent.
    Für die inzwischen zehnte Jugendsexualitätsstudie wurden laut Institut zwischen Februar und Juli 2025 insgesamt 5.855 Menschen zwischen 14 und 25 Jahren befragt.
    Diese Nachricht wurde am 23.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.