Wegen psychischer Belastungen
Junge Menschen nutzen mehr Hilfsangebote

In Deutschland ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen gestiegen, die wegen seelischer Gesundheitsprobleme Unterstützung und Begleitung im Alltag nutzen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, gewährten Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2024 rund 174.000 Eingliederungshilfen. Das waren mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor.

    Nahaufnahme der Hände eines Teenagers während einer Psychotherapie-Sitzung, der Therapeut macht sich mit einem Stift Notizen.
    Kinder und Jugendliche nutzen mehr Hilfsangebote bei seelischer Belastung (Archivbild). (Getty Images)
    Zu den Hilfen zählen etwa Beratungs- und Therapieangebote, aber auch Kita- und Schulbegleitungen und Integrationsassistenzen. Diese hätten im Schulalltag an Bedeutung gewonnen und dürften eine Ursache für den Anstieg der gewährten Hilfen sein, hieß es. Grund für Eingliederungshilfen waren in gut zwei von drei Fällen (69 Prozent) seelische Probleme oder Entwicklungsauffälligkeiten wie Ängste, suizidale Tendenzen oder Entwicklungsverzögerungen. In etwa jedem zweiten Fall (53 Prozent) wurden sie wegen schulischer oder beruflicher Probleme gewährt, etwa bei ADHS oder Hyperaktivität. In 36 Prozent der Fälle wurden sie mit Auffälligkeiten im Sozialverhalten wie Isolation, Drogenkonsum oder Aggressivität begründet. Mehrfachgründe waren möglich. Im Schnitt dauerten die Maßnahmen knapp zwei Jahre.
    Diese Nachricht wurde am 09.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.