
Es handele sich nicht um "Schönwetterverbündete" sondern um eine Wahlverwandtschaft auf Grundlage gemeinsamer Werte und Ideen. Ottawa und Brüssel sollten etwa bei Künstlicher Intelligenz und kritischen Rohstoffen stärker zusammenarbeiten. Zugleich betonte Carney, die Partnerschaft ziele nicht auf die Bildung eines neuen Machtblocks ab, der mit großen Weltmächten konkurriert.
Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen Kanada eine "assoziierte Mitgliedschaft" in der EU angeboten. Eine mögliche Zusammenarbeit sieht sie demnach etwa bei Technologiefragen, der Rüstungsgüterproduktion und der Arktispolitik. Wie die Kooperation konkret gestaltet werden soll, erklärte sie nicht. Hintergrund der Idee ist auch der Zollstreit Kanadas mit den USA.
Beyer plädiert für Zusammenarbeit ohne Sonderstatus
Der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Transatlantikkoordinator, Beyer, äußerte sich zurückhaltend zu dem Vorschlag. Beyer sagte im Deutschlandfunk, eine engere Zusammenarbeit mit Kanada sei zwar sinnvoll, etwa in Handels-, Sicherheits- und Rüstungsfragen. Für eine dafür nötige neue Form der assoziierten Mitgliedschaft sehe er jedoch keinen Bedarf. Beyer verwies darauf, dass ein solches Modell bislang nicht einmal für die Annäherung der Westbalkanstaaten an die EU eingeführt worden sei. Es überrasche ihn daher, dass ein entsprechendes Angebot nun ausgerechnet Kanada gemacht werde, einem engen Partner der EU, der zudem nicht auf dem europäischen Kontinent liege. Bundeskanzler Merz hatte im Mai vorgeschlagen, eine assoziierte EU-Mitgliedschaft für die Ukraine als Zwischenschritt auf dem Weg zu einem späteren Beitritt zu prüfen.
Trump droht EU mit Zöllen
US-Präsident Trump drohte der Europäischen Union mit weiteren Zöllen, sollte Kanada eine solche assoziierte Mitgliedschaft in der EU erhalten. Der Schritt könne eine "feindselige Handlung" darstellen, sagte Trump.
Kanada und die EU: Was ist eine assoziierte Mitgliedschaft?
Diese Nachricht wurde am 17.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



