Montag, 06. Februar 2023

Karlsruhe
Zusammenstöße vor Erdogan-Rede

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sind vor der Messehalle in Karlsruhe mehrere Menschen verletzt worden. Der rief die mehr als 14.00 Zuschauer zur Integration auf - allerdings mit Einschränkungen.

10.05.2015

    Die in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln sollten die Werte, die Religion und die Sprache ihrer Heimat bewahren, sagte der islamisch-konservative Politiker. "Je stärker unser Zusammenhalt in der Welt, umso stärker sind wir alle", sagte Erdogan. Von der Menge wurde der Präsident gefeiert. "Wir lieben dich, Erdogan, wir sind stolz auf Dich", riefen die Zuhörer. Erdogan forderte die Zuhörer dazu auf, an der Parlamentswahl in zwei Monaten teilzunehmen. "Die Wahlurne ist eure Waffe", rief er. "Niemand kann euch überhören in der Welt, wenn ihr wählt, auch nicht diejenigen, die in der EU eine Schweigeminute für Armenier eingelegt haben, können euch ignorieren."
    Vor Beginn der Kundgebung gerieten Sympathisanten der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in die Nähe von Erdogan-Anhängern, die vor der Messehalle auf Einlass warteten. Es kam zu Rangeleien. Ein Sprecher der Polizei sagte dem Deutschlandfunk, dabei habe es Verletzte gegeben. Mehrere Personen seien festgenommen worden.
    Tausende Menschen hatten zuvor gegen den Auftritt des Erdogans protestiert. Schon Stunden vor der geplanten Rede in den Messehallen versammelten sich Demonstranten in der Stadt. Sie protestierten mit Sprechchören und Transparenten gegen Erdogan. Es herrsche eine aufgeheizte Stimmung, sagte ein Polizeisprecher. Gegner und Anhänger Erdogans würden auf Abstand gehalten, um Auseinandersetzungen zu verhindern.
    Die Opposition wirft Erdogan vor, wenige Wochen vor der türkischen Parlamentswahl am 7. Juni Wahlkampf für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP zu betreiben. Der Präsident aber muss laut Verfassung parteipolitisch neutral sein.
    (tgs/cvo)