Freitag, 08. Dezember 2023

Post-Vac
Kassenarzt Chef spricht von "Impfopfern" und fordert bessere Versorgung

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, zeigt sich offen für eine neue Impfkampagne gegen Corona, wirbt aber gleichzeitig für eine bessere Versorgung von Geschädigten.

28.07.2023
    Andreas Gassen, Präsident der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
    Andreas Gassen, Präsident der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    Gassen sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, der Schutz einer Corona-Impfung halte nicht ewig. Daher könnte es sinnvoll sein, die Gruppe der Menschen, denen auch zur Grippeimpfung geraten wird, im Herbst noch mal anzusprechen. Gassen betonte, für den überwiegenden Teil der Bevölkerung sei Corona keine ernst zu nehmende Bedrohung mehr. Nur bei Risikogruppen sei es anders.
    Gassen mahnte zugleich eine bessere Versorgung von Menschen an, die nach einer Corona-Impfung dauerhaft krank geworden sind. Die staatliche Unterstützung und Entschädigung bei Post-Vac scheine noch nicht ganz eingespielt zu sein. Gassen sprach wörtlich von "Impf-Opfern", bei denen es Enttäuschung und Unzufriedenheit gebe. Es wäre vollkommen inakzeptabel, würde sich der Staat jetzt vor seiner Verantwortung drücken. Es habe "einen massiven politischen und gesellschaftlichen Druck" gegeben, sich gegen Corona impfen zu lassen, sagte Gassen.
    Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt, waren bis Mitte Juni bei den zuständigen Landesbehörden knapp 9.000 Anträge auf Anerkennung eines Schadens durch die Corona-Impfung eingegangen, von denen rund elf Prozent anerkannt wurden. Viele Anträge sind noch nicht erledigt. Knapp 65 Millionen Menschen wurden in Deutschland mindestens einmal geimpft.
    Diese Nachricht wurde am 28.07.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.