Nahostkonflikt
"Katastrophentourismus": Linkspartei kritisiert Klöckners Besuch mit israelischer Armee im Gazastreifen

Die Linke hat den Besuch von Bundestagspräsidentin Klöckner im Gazastreifen als "Katastrophentourismus" kritisiert.

    Bundestagspräsidentin Klöckner unterhält sich mit israelischen Soldatinnen.
    Bundestagspräsidentin Klöckner wird von den Linken wegen ihres Besuchs in Israel kritisiert. (picture alliance / dpa / Ulrich Steinkohl)
    Der Besuch der CDU-Politikerin unter Führung der israelischen Armee ermögliche keinen echten Austausch mit der palästinensischen Bevölkerung, sagte die Außenpolitikerin Reisner der Nachrichtenagentur AFP. Klöckner sollte ihr politisches Gewicht nutzen, um Medien einen unabhängigen Zugang zu Gaza zu verschaffen und um humanitäre Hilfskorridore zu öffnen - nicht um einer rechtsradikalen Regierung Legitimität zu verleihen. Der SPD-Außenpolitiker Ahmetovic hatte zuvor in der F.A.Z. von einem "eklatanten Signal" gesprochen. Zudem kritisierte er, dass Klöckner kein Treffen mit offiziellen Palästinenservertretern geplant habe.
    Klöckner verteidigte ihren Besuch. Der erstmals erteilte Zugang für eine parlamentarische Beobachterin sei ein wichtiges Zeichen, sagte sie. Klöckner rief Israel auf, diesen - Zitat - "Weg der Öffnung" weiterzugehen. Nach Angaben des Bundestags hielt sich Klöckner rund eine Stunde im Gazastreifen auf. Laut Berichten sollen das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Tel Aviv Klöckner explizit von einem Besuch in Gaza abgeraten haben.
    Diese Nachricht wurde am 12.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.