Studie
KI-Chatbots können Sanktionen russischer Medien umgehen

Mehrere KI-Anwendungen ermöglichen den Zugriff auf Inhalte russischer Staatsmedien, obwohl deren Verbreitung in der Europäischen Union verboten ist. Das ergab eine Untersuchung der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF). In Tests konnten Chatbots wie ChatGPT oder Gemini auf entsprechende Anfragen Inhalte von Medien wie "Russia Today" (RT) oder "Sputnik" bereitstellen.

    Abgebildet sind die Logos führender KI-Chatbots aus den USA, China und Europa.
    KI-Chatbots können ein Verbot russischer Medieninhalte in der EU umgehen. (IMAGO / NurPhoto / Samuel Boivin)
    Für die Untersuchung verlangten die Testpersonen von den Chatbots unter anderem Nachrichten und Presseschauen russischer Staatsmedien. Einige Programme verwiesen zwar darauf, dass die betreffenden Internetseiten gesperrt seien, lieferten die gewünschten Inhalte aber dennoch über alternative Quellen - etwa russische Online-Netzwerke.
    Nur ein getesteter Chatbot hielt sich den Angaben zufolge konsequent an die Sanktionen: Meta AI habe entsprechende Anfragen mit dem Hinweis abgelehnt, dass dies derzeit nicht möglich sei. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, erklärte, man nehme die Ergebnisse des Berichts ernst und prüfe die Vorwürfe.
    Reporter ohne Grenzen kritisierte, dass die europäischen Sanktionen unter diesen Bedingungen ihr Ziel nicht vollständig erreichten. Die Organisation fordert deshalb eine bessere Regulierung von KI-Anwendungen. Im Juli hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Videos des russischen Staatssenders RT auch auf frei zugänglichen Websites nicht verbreitet werden dürfen.
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.