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Klassik bei den Grammy Awards
"Das ist wirklich ein Witz"

Der Grammy gilt als einer der wichtigsten Musikpreise der Welt. Nicht für die Musikkritikerin Eleonore Büning. Sie kritisiert, klassische oder ernste Musik werde bei der Verleihung immer noch vernachlässigt. Büning ist daher überzeugt: Die klassische Musik braucht diese Auszeichnung nicht.

Eleonore Büning im Gespäch mit Raoul Mörchen | 13.02.2017
    Grammy-Preis
    Bei den Grammys gibt es insgesamt 84 Preisplätze - Klassik findet erst auf den hintersten 10 statt. (imago/UPI Photo)
    Bei der Grammy-Verleihung ist in diesem Jahr die deutsche Opernsängerin Dorothea Röschmann mit einem Klassik-Grammy ausgezeichnet worden. Klassik findet mit zehn von insgesamt 84 Auszeichnungen bei dieser popmusikalischen Veranstaltung nur am Rande statt. "Es gibt immer noch diesen tiefen Graben zwischen der Unterhaltungsmusik, der Popmusik, der nicht klassischen Musik und der klassischen Musik", sagte Büning im DLF. Mit Popmusik werde eben mehr Quote gemacht als mit E-Musik. Deswegen sei dieser Preis für die E-Musik nicht notwendig. Trotzdem braucht es wie in jeder Branche "sehr wohl so etwas wie eine Evaluierung von Qualität durch Preise".
    "Der Sinn dieses Preises ist es so etwas wie Qualität zu evaluieren"
    Eleonore Büning zeichnet gemeinsam mit anderen Musikkritikern Neuerscheinungen aus Klassik, Pop, Weltmusik, Rock etc. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik aus. Das sei einmalig, betonte Büning. In dem Verein sind 156 Musikkritiker ehrenamtlich engagiert. Der Sinn des Preises sei Qualität zu evaluieren, dazu müsse man unabhängig von der Plattenindustrie sein.
    Das gesamte Gespräch können Sie nachhören.