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Kölner Designwoche "Passagen"Bürger gestalten ihre Stadt

Der Kölner Ebertplatz war eine No-go-Area - nun soll sein Potential als lebendiger Ort gehoben werden. In Design und Architektur sei heute die Gestaltung urbaner Räume gemeinsam mit den Bürgern ein großes Thema, sagte Mario Frank, Mitinitiator des temporären studentischen Urban Design Studios, im Dlf.

Mario Frank im Corsogespräch mit Thekla Jahn | 16.01.2019

Menschen erfrischen sich am Abend am rot beleuchteten Brunnen am Kölner Ebertplatz.
Der in Verruf geratene Ebertplatz in Köln soll "belebt" werden (picture-alliance/dpa/Oliver Berg)
An der Kölner Designwoche "Passagen" ist die Köln International School of Design mit dem Projekt "Die unsichtbare Stadt" beteiligt. Dafür hat sie auf dem Ebertplatz das temporäre Urban Design Studio eröffnet. Die Studierenden hätten sich in der Vorbereitung mit dem Konzept des informellen Urbanismus befasst, sagte Co.initator Mario Frank im Deutschlandfunk. Das bedeute, dass auch Bürger bei der Gestaltung von urbanen Räumen miteinbezogen werden.
Von Skate-Rampen bis zur Barrikade
Das Interesse der Anwohner des Kölner Ebertplatzes sei quer durch alle sozialen Schichen sehr groß. Viele hätten sich mit Ideen beteiligt. Zu den Projekten, die angestoßen wurden zählen: Skate-Rampen an den Säulen, um weitere Nutzergruppen anzulocken oder Erfahrungsberichte von Blinden, die Aufschluss darüber geben, wie schwer ein Platz mit weiten Flächen zu nutzen ist. Daneben gäbe es auch radikale Ideen, wie die Ebertplatz-Passage nach einer Seite hin abzuschließen, um dadurch einen Innenraum entstehen zu lassen.
Mario Frank steht vor einer bunten Wand und schaut in die Kamera
Kulturaktivist Mario Frank engagiert sich im temporären Urban Design Studio (Kerstin Janse)
Anderen Großstädten, in denen es ähnlich dunkle und wenig belebte Plätze wie den Kölner Ebertplatz gibt, empfiehlt Mario Frank "Informellen Urbanismus" in die Stadtplanung zu integrieren.
"Partizipative Gestaltung ist großes Thema"
"Ich glaube, man kann einen Platz nur sinnvoll gestalten, wenn man sich mit den Menschen auseinandersetzt, die vor Ort sind, den Platz auch schon lange nutzen und die auch genau wissen, zu welchen Tageszeiten was zu Nutzungsansprüche bestehen. Eine partizipative Gestaltung ist auf jeden Fall ein ganz großes Thema im Design und auch in der Architektur."
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.