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Kompanys Anti-Rassismus-Rede sorgt weiter für Schlagzeilen - Debatte um Real Madrids Vinícius Jr. und Benficas Gianluca Prestianni und José Mourinho

Die Anti-Rassismus-Rede von Bayern-Trainer Vincent Kompany sorgt weiter für Schlagzeilen. Münchens Sportvorstand Max Eberl erklärte, die Worte hätten ihn "brutal berührt".

    Das Foto von Januar 2026 zeigt Trainer Vincent Kompany (Bayern München) mit Mütze.
    Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München. (dpa / Marcus Brandt)
    Präsident Hainer bezeichnete Kompanys Äußerungen als "intelligent, wohlüberlegt und genau auf den Punkt". Englands Nationalmannschaftskapitän Harry Kane betonte, Kompany sei nicht nur ein großartiger Trainer, sondern auch eine großartige Persönlichkeit. Ex-Fußballtrainer Christian Streich sagte: "Mir hat es vollständig die Füße weggezogen. Er ist ein großartiges Vorbild." Kompany selbst lehnte zuletzt weitere Äußerungen ab: "Ich glaube nicht, dass wir jetzt was gewinnen, wenn ich das jetzt noch in den nächsten zwei, drei, vier, fünf Tagen immer wieder sage."

    Kompany hielt 12-minütigen Monolog zu Vinícius, Mourinho und Rassissmus

    Kompany hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz in einem fast zwölf Minuten langen Monolog differenziert die Situation um den Real-Madrid-Spieler Vinícius Júnior, die Rassismus-Vorwürfe in der Partie von dessen Club bei Benfica Lissabon und die Rolle von Benfica-Trainer José Mourinho besprochen. Vinícius Júnior hatte beim Champions-League-Spiel in Lissabon Benfica-Profi Gianluca Prestianni vorgeworfen, ihn rassistisch beleidigt zu haben, indem er ihn als "Affen" bezeichnete. Der Argentinier bestreitet die Vorwürfe. Er hatte sich in der Szene das Trikot vor den Mund gehalten. 
    Mourinho äußerte sich zwar nicht ausführlich, betonte aber: "Ich wiederhole, dass es für alle schwierig war, aber ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, inwiefern es schwierig war. Es war für alle schwierig." Er hatte nach dem Vorfall auch das Verhalten von Vinícius Júnior bei dessen unmittelbar vorausgegangenem Torjubel zum 1:0-Endstand als respektlos moniert. "Diese Dinge" passierten immer in den Stadien, in denen Vinicius spiele, meinte Mourinho. Benfica sei alles andere als rassistisch. Der größte Spieler des Vereins, Eusebio, sei ebenfalls schwarz. Ein Sprecher von Benfica wies auf eine laufende Untersuchung der UEFA hin.

    Kompany zu Mourinhos Aussage über Eusebio: "Mein Vater ist ein farbiger Mann, der in den 60ern seinen Weg ging"

    Kompany warf Mourinho vor, Vinícius’ Charakter angegriffen zu haben: "Warum wird der Jubelstil jetzt als Argument gegen Vinícius herangezogen? Es spielt keine Rolle, wie er jubelt." Er urteile nicht über Mourinho. Er kenne Hunderte, die mit ihm zusammengearbeitet hätten und nichts Schlechtes über ihn zu sagen hätten. Doch dessen Kritik an Vinicius sei in Bezug auf Führungsqualitäten ein großer Fehler.
    Mit Blick auf Mourinhos Äußerungen zu Eusebio führte Kompany aus: "Wissen Sie, was schwarze Spieler in den 60er Jahren durchmachen mussten? War er (Mourinho) dabei, um mit Eusebio zu jedem Auswärtsspiel zu reisen?" Sein Vater sei ein farbiger Mann, der in den Sechzigern seinen Weg gegangen sei. Die wahrscheinlich einzige Option, die dieser gehabt habe, sei gewesen, still zu sein, nichts zu sagen, über den Dingen zu stehen und seine Sachen zehnmal besser zu machen als andere, um ein kleines bisschen Anerkennung zu bekommen. So sei wahrscheinlich auch Eusebios Leben.

    Nicht nur Eusebio und er selbst von Rassismus betroffen

    Kompany beschrieb zudem rassistische Vorfälle während seiner eigenen Karriere, darunter als Kapitän der belgischen Nationalmannschaft. Zudem seien viele schwarze Spieler von Rassismus betroffen. Neben Eusebio und sich selbst nannte er Samuel Eto'o, Mario Balotelli und Patrick Vieira.
    Diese Nachricht wurde am 22.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.