
So nutze die FIFA ihre Vormachtstellung, um ihre eigenen Wettbewerbe und kommerziellen Interessen zum Nachteil der europäischen nationalen Ligen zu begünstigen, hieß es. Zuletzt hatte die FIFA eine Klub-WM der Frauen eingeführt. Das Turnier soll vom 5. bis 30. Januar mit 19 Teams gespielt werden. Die englische Women's Super League kritisierte im Januar bereits öffentlich, dass dieser Termin aus ihrer Sicht - Zitat - "katastrophale Auswirkungen auf ihre Saison" haben werde. Bis zu fünf Spieltage seien von einer Verlegung betroffen. Auch der Weltverband der Ligen schloss sich der Kritik an.
Kritik zurückgewiesen
Die FIFA wies die Vorwürfe auf Anfrage des Deutschlandfunks zurück. Der Kalender stütze sich auf umfassende Untersuchungen, Analysen und Gespräche mit wichtigen Interessenträgern – darunter auch die europäischen Ligen sowie andere Ligen weltweit. Die Auswirkungen auf die Spielerinnen hätten bei der Gestaltung im Mittelpunkt gestanden, betonte die FIFA. Mit Blick auf die Beschwerde des Ligenverbands bei der EU-Kommission schrieb die FIFA, sie setze auf Dialog statt auf rechtliche Schritte und Eskalation, ihre Türen stünden stets offen.
Der FIFA-Rat, in dem auch die englische Verbandschefin Debbie Hewitt und DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzen, hatte den Spielkalender der Frauen und die Einrichtung der neuen Klub-WM 2024 einstimmig beschlossen.
Katar im Gespräch
Der Austragungsort für das Turnier steht noch nicht fest, zuletzt war Katar im Gespräch. Dort veranstaltete die FIFA 2022 die Männer-WM und ist immer noch regelmäßig mit Jugendturnieren zu Gast. Staatsunternehmen aus Katar sind seit Jahren FIFA-Sponsoren. In Katar gibt es aktuell keinen regelmäßig organisierten Ligafußball für Frauen. Eine katarische Nationalmannschaft der Frauen existiert zwar offiziell, ist aber seit Jahren inaktiv und nimmt derzeit keinen Platz in der FIFA-Weltrangliste ein.
Diese Nachricht wurde am 09.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
