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Wie Streaming die Computerspielwelt ändern könnte

Glaubt man Branchenbeobachtern, wird das Streamen von Computerspielen bald immer wichtiger werden. Werden Spiele dadurch nun also Mainstream? Und was hat das mit Netflix zu tun?

Christian Schiffer im Kollegengespräch mit Adalbert Siniawksi | 09.08.2018
    Die Gamescom ist die weltgrößte Messe für Computerspiele. Aufgenommen im Messezentrum Köln am 23.08.2017. Foto: Maximilian Schönherr | Verwendung weltweit
    Gaming-Experte Christian Schiffer glaubt, dass sich mit der Streaming-Technik künftig mehr Menschen für Computerspiele begeistern lassen (dpa)
    Spielekonsole und Gaming-PC waren gestern, in Zukunft könnten Computerspiele im Stream am eigenen Fernseher gespielt werden.
    Das Streamen von Games funktioniere genauso wie das bereits bekannte Streamen von Musik und Filmen, erläuterte Christian Schiffer. Die Daten des Spiels seien auf externen Servern gelagert und würden per Internet auf den Fernseher, den Computer oder die Spielekonsole übertragen.
    Die Fernbedienung als Controller
    Einen Controller bräuchte man nur für komplexe Spiele, sagte Schiffer. Streaming-Dienste wie Netflix planten daher mit Firmen wie Telltale Games zusammenzuarbeiten, die einfache narrative Spiele entwickeln, die dann mit der Fernbedienung des Fernsehers spielbar seien.
    Keine künstlerischen Modifikationen
    Für die Unternehmen habe das Streamen von Games den Vorteil, immer die volle Kontrolle über das Produkt zu haben. Raubkopien gehörten damit der Vergangenheit an. Allerdings sei es nicht mehr möglich, die Spiele zu modifizieren und sie als künstlerisches Material zu nutzen, wie es in der Modding-Szene praktiziert werde.
    Schnelle Internetverbindungen sind unerlässlich
    Auch könnten Spiele mit anspruchsvoller Grafik hierzulande womöglich nicht ruckelfrei gespielt, da dafür schnelle Internetverbindungen vonnöten seien und Deutschland beim Netzausbau nach wie vor hinterherhinke, sagte Schiffer.
    Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.