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USA
Konzerne zahlen 1,2 Milliarden Dollar wegen Chemikalien im Trinkwasser

Das Trinkwasser in den USA ist an vielen Orten mit Industrie-Chemikalien belastet. Drei große US-amerikanische Chemie-Konzerne haben deshalb angekündigt, 1,2 Milliarden Dollar zu zahlen. Sie erklärten, dass damit alle Klagen in Bezug auf verunreinigtes Wasser beigelegt werden sollen.

04.06.2023
    Belleville, Michigan (USA) Ein Schild nahe beim Huron-Fluss im Lower Huron Metropark warnt vor dem Kontakt mit PFAS-kontaminiertem Schaum
    Belleville, Michigan (USA) Ein Schild nahe beim Huron-Fluss im Lower Huron Metropark warnt vor dem Kontakt mit PFAS-kontaminiertem Schaum (imago/ZUMA Wire/Jim West)
    Ein weiterer Industrie-Konzern einigte sich laut einem Medienbericht außerdem mit mehreren US-Städten in einem Vergleich auf zehn Milliarden Dollar. Konkret geht es um Trinkwasser-Quellen, die mit den sogenannten ewigen Chemikalien PFAS verunreinigt sind.
    In der Industrie gelten Stoffe aus der PFAS-Gruppe als Wundermittel, weil sie sich extrem langsam zersetzen. Sie stecken in vielen alltäglichen Gegenständen, zum Beispiel in wasserdichter Kleidung, Teppichen, Kosmetik oder Dichtungen. Gleichzeitig können PFAS mehrere gesundheitliche Schäden verursachen. Einige können das Immunsystem von Kindern schwächen oder Krebs auslösen.
    Einer Untersuchung zufolge könnten mehr als 200 Millionen US-Amerikanerinnen und Amerikaner mit PFAS verunreinigtes Trinkwasser haben. Die US-Umweltbehörde EPA fordert deshalb neue Standards, um gesundheitsschädliche Substanzen im Trinkwasser zu reduzieren.
    Deutschland, Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Schweden wollen erreichen, dass die Chemikalie in der EU ganz verboten wird. Sie haben dazu einen Antrag bei der EU-Chemikalienagentur Echa eingereicht.
    Das Forever Pollution Project trägt für Deutschland die Orte zusammen, die mit PFAS verschmutzt sind oder möglicherweise verschmutzt sein könnten. An mehr als 1.500 Orten lässt sich PFAS nachweisen.
    Diese Nachricht wurde am 04.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.