Nahostkonflikt
Kritik an "akademischer Konferenz" zum Boykott israelischer Hochschulen

Der Berliner Antisemitismusbeauftragte Salzborn kritisiert eine dreitägige Konferenz in der Hauptstadt, auf der rund 200 Teilnehmer von deutschen Universitäten über den Boykott israelischer Hochschulen sprechen wollen. Nicht überall, wo Wissenschaft draufstehe, sei auch Wissenschaft drin, sagte er der dpa.

    Samuel Salzborn posiert für ein Porträtfoto.
    Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn ist Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. (Archivbild) (picture-alliance / Kitty Kleist-Heinrich TSP)
    Wissenschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit sei an sich schon ein absurder Gedanke. Diese Tendenz knüpfe an bisherige israelfeindliche Propaganda im Berliner Hochschulkontext an. Salzborn forderte die Sicherheitsbehörden dazu auf, die Entwicklungen der "Akademischen Boykott-Konferenz" im Blick zu halten. Die Polizei erklärte, ihr sei die Veranstaltung bekannt. 
    Der Vorsitzende der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Schulze, sagte dem Tagesspiegel: "Wir als Linke teilen die Position eines akademischen Boykotts gegen Israel nicht, das haben wir auch gegen Russland oder andere Aggressoren nicht gefordert."

    Veranstalter werfen israelischen Unis vor, zentral für die militärisch-industriellen Strukturen des Landes zu sein

    Ein Bündnis aus linken und linksradikalen propalästinensischen Gruppen lädt bis Sonntag zu einer Konferenz in Berlin ein. Gefordert wird, dass europäische Hochschulen ihre institutionelle Zusammenarbeit mit israelischen Einrichtungen aussetzen, wie das Internationalistische Bündnis Berlin mitteilte, das für die Veranstaltung verantwortlich ist. Israelische Universitäten seien zentral für die militärisch-industriellen Strukturen des Landes, hieß es unter Verweis auf Kooperationen mit Waffenherstellern. Durch die Aufrechterhaltung von akademischen Beziehungen würden Studierende und Wissenschaftler in Europa zu Komplizen, so der Vorwurf. 
    Die Veranstaltung ist geschlossen und nur am Samstag für akkreditierte Journalisten zugänglich. Zu dem Internationalistischen Bündnis Berlin gehören rund 20 Organisationen, auch mehrere Unterorganisationen der Linkspartei werden als Mitglieder genannt. Genannt wird auch das sogenannte Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee (VPNK). Das VPNK wird im Berliner Verfassungsschutzbericht erwähnt. Anhänger der islamistisch-terroristischen Hamas und der säkular-linksnationalistischen Terrororganisation PFLP arbeiteten in Berlin unter der Dachbezeichnung VPNK eng zusammen.
    Diese Nachricht wurde am 24.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.