Hausärzteverband
Kritik an elektronischer Patientenakte: "nur eingeschränkt praxistauglich"

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband zieht nach Einführung der elektronischen Patientenakte eine kritische Bilanz. Laut dem Bundesvorsitzenden Beier haben sich die allerwenigsten Patienten ihre ePA seit Anfang Januar angeschaut. Das liege vor allem an einem absurd komplizierten Registrierungsprozess.

    Das Bild zeigt den Bildschirm eines Smartphose. Darauf zu sehen ist eine elektronische Patientenakte in der App einer Krankenkasse.
    Eine elektronische Patientenakte (ePA) in der App einer Krankenkasse (dpa | Jörg Carstensen (Symbolbild))
    Dieser lasse selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben, sagte Beier der Funke Mediengruppe. Auch wüssten viele gar nicht, dass sie eine ePA besitzen. Für die Praxen wiederum gebe es Probleme mit dem zugrundeliegenden Telematik-Netzwerk, in dem es immer wieder zu massiven Störungen und Ausfällen komme.

    Verbraucherschützer fordern Weiterentwicklung im Sinne der Patienten

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte, die ePA müsse zügig im Sinne der Versicherten weiterentwickelt werden. Es fehlten zentrale Funktionen wie digitale Impf- oder Bonushefte. Laut einer repräsentativen Umfrage verwalten 71 Prozent der Versicherten ihre ePA nicht aktiv. Neun Prozent hätten sie löschen lassen.
    Inzwischen haben rund 70 Millionen Versicherte von ihrer Krankenkasse eine elektronische Patientenakte angelegt bekommen. Seit Oktober sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen.

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    Elektronische Patientenakte: Darum warnen Verbraucherschützer vor der ePA

    Korrekturhinweis

    In einer früheren Version haben wir gemeldet, dass die ePA vor sieben Wochen eingeführt worden sei. Richtig ist, dass Praxen seit sieben Wochen finanzielle Konsequenzen drohen, wenn sie die Akte nicht nutzen.
    Diese Nachricht wurde am 18.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.