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Kritik an Nominierungsverfahren
Oscar-Akademie will vielfältiger werden

Die Oscar-Akademie reagiert auf Kritik an der Auswahl der diesjährigen Oscar-Anwärter und kündigt "historische Maßnahmen" an. Neue Mitgliedschaftsregeln und eine Erweiterung des Vorstands sollen dafür sorgen, dass künftig mehr Frauen und Angehörige von Minderheiten bei der Vergabe der Filmpreise mitwirken.

23.01.2016
    John Krasinski und Academy-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs präsentieren die Nominierten der Kategorie "Weibliche Hauptrolle".
    John Krasinski und Academy-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs präsentieren die Nominierten der Kategorie "Weibliche Hauptrolle". (AFP - Mark Ralston)
    Mehr als 6.000 Mitglieder der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" entscheiden über die Nominierten und Gewinner des wichtigsten Filmpreises der Welt. Afroamerikaner haben sie in diesem Jahr in den vier Schauspielkategorien bei den Nominierungen nicht berücksichtigt - zum zweiten Mal in Folge. Daraufhin hatten unter anderem der Regisseur Spike Lee und das Schauspieler-Ehepaar Jada Pinkett-Smith und Will Smith angekündigt, der Verleihung am 28. Februar fernzubleiben.
    Zahlreiche Filmschaffende, darunter die Oscar-Preisträger George Clooney und Lupita Nyong'o, forderten Veränderungen in der Akademie. Andere riefen zu einem Boykott der Show auf und unter dem Hashtag #oscarssowhite wurde in den sozialen Medien Häme laut.
    Reaktion: mehr Frauen und Minderheiten
    Der Vorstand der Akadamie stimmte laut Mitteilung nun für neue Regeln, mit dem Ziel, die Zahl von Frauen und Minderheiten bis 2020 zu verdoppeln. Das bisherige lebenslange Stimmrecht soll auf zehn Jahre beschränkt werden und nur dann verlängert werden können, wenn das Mitglied weiter im Filmgeschäft aktiv ist.
    Zudem soll der 51-köpfige Vorstand um drei neue Posten erweitert werden. Der Zeitung "Hollywood Reporter" zufolge gehören derzeit 17 Frauen dem Vorstand an, die Akademie-Vorsitzende Cheryl Boone Isaacs sei die einzige Afroamerikanerin.
    Große Mehrheit: männlich und weiß
    Eine Ermittlung der "LA Times" aus dem Jahr 2012 ergab, dass 94 Prozent der Stimmberechtigten in der Akademie weiß und 77 Prozent männlich seien. Das Durchschnittsalter habe bei 62 Jahren gelegen. Die Akademie machte selbst keine Angaben zu der Zusammensetzung.
    Jada Pinkett-Smith reagierte bei Twitter auf die Reform-Entscheidung: "Ich möchte meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen, vor allem Cheryl Boone Isaacs gegenüber, für die schnelle Antwort in der Angelegenheit. Ich freue mich auf die Zukunft."
    (vic/am)