Sonntag, 25. September 2022

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Kulturelle Integration von Geflüchteten
Zusammenarbeit statt Anpassung?

Der vielgepriesenen Willkommenskultur in Deutschland steht nach wie vor eine Kultur der Ausgrenzung entgegen, wenn in diesen Tagen über die starken kulturellen Unterschiede zwischen uns und den Flüchtlingen debattiert wird. Welche Konflikte treten auf und wie werden sie bewältigt?

Am Mikrofon: Birgit Morgenrath | 13.05.2016

    Der aus Afghanistan geflohene Seyed sitzt in Berlin im Hangar eins des ehemaligen Flughafens Tempelhof in der neu eröffneten, "Asylothek" genannten Bibliothek und zeichnet ein Porträt. Neben der dortigen Unterkunft für Geflohene war ein Cafe und eine kleine Bibliothek eröffnet worden. Die Begegnungsstätte war vom Verein THFwelcome aufgebaut worden.
    Der aus Afghanistan geflohene Seyed ist einer der ersten Besucher der "Asylothek" genannten Bibliothek in Berlin-Tempelhof. (dpa / picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert)
    In Politik und Öffentlichkeit wird von der notwendigen Vermittlung unserer deutschen Werte und unserer deutschen Leitkultur gesprochen und es wird gefordert, die Neuankömmlinge hätten sich an die deutsche Kultur anzupassen.
    Das "Kulturgespräch" fragt, wie Geflüchtete diese Haltung gegenüber ihrer mitgebrachten kulturellen Bildung empfinden und wie es gelingen kann, eine gänzlich andere Perspektive einzunehmen - jenseits von kultureller Sozialarbeit und Heranführen an das "Unsrige".
    Einige Initiativen pflegen inzwischen interkulturellen Austausch auf Augenhöhe, bemühen sich um vorurteilsbewusste Wahrnehmung, begeben sich auf Wege mit zunächst ungewissem Ausgang.
    Wie können solche Prozesse langfristig gestaltet werden und welche Hindernisse müssen sie überwinden?
    Es diskutieren:
    • Dr. Mark Terkessidis, Pädagoge, Migrationsforscher und Autor
    • Dorothea Reinicke, Leiterin des mehrfach ausgezeichneten transnationalen Theaters HAJUSOM, 2016 nominiert für den Sonderpreis kulturelle Teilhabe der Bundesregierung
    • Dennis Robert, Performer
    • Dogan Akhanli, deutsch-türkischer Schriftsteller, anerkannter politischer Flüchtling
    Dogan Akhanlı: Annes Schweigen (Annenin Sessizliği). Uraufführung: Theater unterm Dach Berlin. 2012), Theater im Bauturm Köln. 2013
    Die Richter des Jüngsten Gerichts. Übertragen von Hülya Engin. Kitab Verlag, Klagenfurt 2007; 2. Auflage: 2010