Tourismus und Olympia
Kulturgeograf Bätzing: "Die Alpen bräuchten in erster Linie Ruhe"

Der Kulturgeograf Werner Bätzing beklagt einen fehlenden Respekt von Touristen und Investoren vor den Alpen. Der emeritierte Professor sagte im Deutschlandfunk, das Gebirge werde immer mehr vermarktet und dem Kommerz geopfert.

    Ansicht von Bormio und dem Tal aus Sicht des Stelvio Ski Zentrums während der Olmpischen Winterspiele 2026 in Italien am 5.2.2026.
    Die Alpen sind zu Freizeitparks im Hochgebirge verkommen, immer mehr Fremdkapital drängt hinein - auf Kosten der Einheimischen und der Natur, sagen Kritiker. (picture alliance / Keystone / Michael Buholzer)
    Die Olympischen Winterspiele seien ein Beispiel dafür, der permanente Ausbau in den großen Skigebieten ein anderes. Er mache sich große Sorgen wegen der negativen Entwicklungen. Die Alpen seien nicht zuletzt wegen der Klimaerwärmung in einer schwierigen Phase.
    Bätzing kritisierte, viele Touristen wollten nur "Fun und Erlebnis" haben. Er sprach von "Freizeitparks im Hochgebirge", die mit den Alpen nichts zu tun hätten. Die Investoren bauten immer größere Anlagen in immer größere Höhen. Dabei hätten sie das Gefühl, die Sache technisch im Griff zu haben, aber das sei falsch. Zu den Alpen gehöre die Bedrohung, die Gefahr, "auch das Wissen, dass die Alpen stärker sind als der Mensch".
    Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina betonte der Forscher, die versprochene Nachhaltigkeit sei nur "Augenwischerei". Die Spiele hätten eine Größe und Struktur erreicht, die mit dem Gebirge nicht mehr vertretbar sei: "Die Alpen bräuchten in erster Linie Ruhe".
    Diese Nachricht wurde am 08.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.