Nordsyrien
Kurden und Aktivisten: Katastrophale humanitäre Lage in Kobane

In der nordsyrischen Stadt Kobane verschlechtert sich die humanitäre Lage nach Angaben von lokalen Behörden und Aktivisten zunehmend.

    Ein Platz in der syrisch-kurdischen Stadt Kobane.
    Die Stadt Kobane im Norden Syriens (Archivbild) (AFP / DELIL SOULEIMAN)
    Der Repräsentant der kurdischen Selbstverwaltung von Nord- und Nordostsyrien, Issa, sprach von einer katastrophalen Situation. Die Gemüsemärkte seien leer, Bäckereien geschlossen und medizinische Vorräte gingen zur Neige. Zudem gebe es kaum Internet. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien warnte vor einer akuten Versorgungskrise. Nach ihren Angaben haben in Kobane auch zahlreiche Familien aus umliegenden Dörfern Schutz gesucht, die vor den heranrückenden Regierungstruppen flohen.
    Die Stadt liegt unweit der Grenze zur Türkei und wird überwiegend von der kurdisch geführten SDF-Miliz kontrolliert. Die kurdischen Kräfte hatten zuletzt mit der Übergangsregierung erneut einen Waffenstillstand vereinbart. Beide Seiten werfen sich jedoch weiterhin Verstöße vor. Die Regierung unter Interimspräsident Al-Scharaa will alle Gebiete Syriens unter eine Zentralregierung stellen.
    Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.