Bildung
Kurdisch wird zum Unterrichtsfach in Syrien

Kurdisch kann künftig an staatlichen und privaten Schulen in Syrien als Nationalsprache unterrichtet werden, wenn Kurden in der jeweiligen Region einen erheblichen Teil der Bevölkerung stellen. Das syrische Bildungsministerium änderte dazu die Durchführungsbestimmungen eines Dekrets aus dem Jahr 2026. 

    Kinder, die nur von hinten zu sehen sind, laufen in ein Schulgebäude.
    In syrischen Schulen darf zukünftig Kurdisch gelehrt werden. (Archivbild). (Getty Images / Elke Scholiers)
    Kurdisch solle "auf allen Bildungsstufen unterrichtet werden und Bestandteil der anerkannten Lehrpläne sein", hieß es vom Ministerium. Kurdisch wird damit offiziell Bestandteil der anerkannten Lehrpläne. 
    Syriens Übergangspräsident al-Scharaa hatte im Januar ein Dekret erlassen, das die syrischen Kurden als integralen Teil des syrischen Volkes anerkennt. Damit wurde auch der Unterricht der kurdischen Sprache in Schulen garantiert.

    Größte Gruppe ethnischer Minderheiten in Syrien

    Unter den ethnischen Minderheiten in Syrien stellen die Kurden die größte Gruppe. Zu Zeiten der inzwischen gestürzten Assad-Regierung wurden sie weitläufig diskriminiert. Sie leben vor allem im Nordosten des Landes. Dort hatten sie sich eine eigene Selbstverwaltung aufgebaut. Die neue Führung in Damaskus will das Land nach Jahren der Spaltung neu ordnen und alle Gebiete unter staatliche Kontrolle bringen. Die Regierung drängte im Zuge militärischer Gefechte auf eine Auflösung der kurdischen Verwaltung.
    Erst am Dienstag gaben die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ihre Auflösung und Eingliederung in die syrischen staatlichen Institutionen bekannt. Damit sei die kurdische Selbstverwaltungsbehörde aufgelöst. 
    Diese Nachricht wurde am 28.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.