
Es brauche die Bereitschaft, beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch auch wirklich hinzuschauen, sagte die LSB-Geschäftsführerin für Sportentwicklung, Czogalla. Laut Mitgliedern der Aufarbeitungskommission soll ein Teil des missbräuchlichen Verhaltens öffentlich sichtbar gewesen, es sei jedoch niemand eingeschritten oder aufkommender Kritik nachgegangen. Es sei etwa üblich gewesen, dass junge Turnerinnen auf dem Schoß des Trainers gesessen hätten.
Aufarbeitungskommission: Täter wurde im Verein besser geschützt als Opfer
Wenn im Verein jemand geschützt worden sei, sei das der Täter gewesen, nicht die Kinder und Jugendlichen, hieß es von einem Kommissionsmitglied. Das Landgericht Erfurt verurteilte den Trainer nach einem langen und komplizierten Verfahren schließlich wegen 20 Fällen des sexuellen Missbrauchs zwischen 2007 und 2015. Das Urteil wurde 2023 rechtskräftig. Die Aufarbeitungskommission geht davon aus, dass der Mann sich in viel mehr Fällen schuldig gemacht hat, als in denen, die letzten Endes bestraft wurden.
Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
