Medizinische Versorgung
Lauterbach: 50.000 Ärzte in vergangenen zehn Jahren zu wenig ausgebildet

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stimmt die deutsche Bevölkerung auf große Lücken in der medizinischen Versorgung ein. Rund 50.000 Ärztinnen und Ärzte seien in den vergangenen zehn Jahren zu wenig ausgebildet worden. Es drohe ein flächendeckender Mangel an Hausärzten.

14.04.2024
    Gesundheitsminister Lauterbach gibt eine Pressekonferenz in seinem Ministerium.
    Gesundheitsminister Karl Lauterbach (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    "Wir werden in eine ganz schwierige Versorgungssituation kommen", sagte Lauterbach im ARD-Fernsehen. Den künftigen Mangel könne man sich noch gar nicht richtig vorstellen, warnte der SPD-Politiker. Lauterbach verwies auf sein geplantes Gesetz, das die Versorgung vor Ort stärker absichern soll. So sollen nach seinen Plänen Vergütungs-Obergrenzen bei Hausärzten wegfallen. Dies sei wichtig, um Nachwuchs zu gewinnen. Zur Finanzierung zusätzlicher Medizinstudienplätze sagte der Gesundheitsminister, dagegen sperrten sich unter anderem die Länder, die nicht mehr Geld dafür ausgeben wollten. Es fehlten mindestens 5.000 Studienplätze pro Jahr.

    "Gesundheitskioske" im Gesetzesentwurf nicht enthalten

    Im aktuellen Entwurf, der nun im Bundestag beraten wird, fehlen die geplanten sogenannten Gesundheitskioske, wie Lauterbach auf Nachfrage einräumte. Er hatte die Gesundheitskioske als niedrigschwellige Anlaufstellen zur medizinischen Beratung in ärztlich unterversorgten Gebieten geplant. Pflegefachkräfte sollten dort unter anderem medizinische Routineaufgaben durchführen und Empfehlungen für ärztliche Behandlungen aussprechen. Über die Einführung werde später weiter verhandelt, erklärte Lauterbach.
    Die FDP hatte das Vorhaben kritisiert. Sie befürchtet Doppelstrukturen und eine zusätzliche Belastung der Beitragszahler. Auch Sozialverbände sahen das Projekt kritisch.
    Diese Nachricht wurde am 14.04.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.