Historischer Wahlsieg
LDP von Japans Regierungschefin Takaichi erringt Zweidrittel-Mehrheit

In Japan hat die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Takaichi den größten Wahlsieg ihrer Geschichte errungen. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl erreichte ihre Liberaldemokratische Partei eine Zweidrittel-Mehrheit der Mandate im Unterhaus. Sie kann nun Verfassungsänderungen vorantreiben und Gesetze verabschieden, selbst wenn diese vom Oberhaus abgelehnt werden.

    Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zeigt auf eine Tafel mit Zahlen
    Kann künftig durchregieren: Japans Ministerpräsidentin Takaichi (picture alliance / Kyodo)
    Dort verfügt die LDP nur über eine Minderheit der Sitze. Takaichi gehört dem konservativen Flügel ihrer Partei an, befürwortet engere Beziehungen zu den USA und will die Streitkräfte Japans auch als Gegengewicht zum Machtstreben Chinas ausbauen. Auch strebt sie eine Revision des Pazifismusartikels 9 der seit 1947 unveränderten Verfassung an, der dem Land sicherheitspolitische Schranken auferlegt.
    Der japanische Aktienmarkt reagierte positiv auf Takaichis Wahlerfolg. Der Leitindex Nikkei legte zum Handelsstart um über vier Prozent zu. US-Präsident Trump gratulierte Takaichi zu ihrem Sieg. Er wünsche ihr und ihrer Koalition "großen Erfolg beim Vorantreiben Ihrer konservativen Agenda des Friedens durch Stärke".

    Erste Regierungschefin Japans

    Takaichi war im vergangenen Oktober als erste Frau an die Spitze einer japanischen Regierung gewählt worden. Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende LDP hatte wegen Skandalen bei den Wahlen vor gut einem Jahr die Mehrheit verloren. Gestützt vom Koalitionspartner regierte sie zuletzt nur mit hauchdünner Mehrheit. Mit der vorgezogenen Neuwahl wollte Takaichi die Macht der LDP ausbauen. Im Wahlkampf hatte sie vor allem auf das Thema "Ausländer" gesetzt und argumentiert, Ausländer hielten sich nicht an die Regeln, das Volk fühle sich unwohl und unsicher.
    Diese Nachricht wurde am 09.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.