Neugeborene
Leitlinie: Frauen wird längeres Stillen empfohlen

Eine neue Leitlinie legt Müttern nahe, ihre Kinder bis zum ersten Geburtstag zu stillen. Wie die ARD berichtet, hat eine neue Leitlinie auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse in den meisten Fällen positive Effekte festgestellt.

    Eine Frau liegt engumschlungen mit einem Baby auf einem Bett und stillt es.
    Stillen kann einer neuen Leitlinie zufolge positive Effekte auf Frau und Kind haben. (Imago / Westend61 / Ekaterina Yakunina)
    Diese ergeben sich, wenn Kinder ein halbes Jahr voll gestillt oder ein Jahr insgesamt mit erster Nahrung gestillt werden - im Vergleich zu gar nicht oder kürzer stillen. Die Zürcher Hebammenwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Grylka von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hob hervor, dass die "Empfehlungen auf 30 gut recherchierten Studien beruhen". Grylka ist eine der Autorinnen der Leitlinie.
    Die Kinder haben dem Bericht zufolge weniger Mittelohrentzündungen, weniger Magen-Darm-Infekte und ein geringeres Risko für Leukämie, Autismus oder ADHS gezeigt. Doch nicht immer ist die Lage klar. "Wir haben einen günstigen Effekt auf Asthma gesehen, währen wir keinen oder unklare Ergebnisse bei Adipositas", sagte Prof. Dr. Regina Ensenauer, Ernährungsforscherin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Aber auch die Mütter könnten gesundheitlich profitieren, sagt der Berliner Gynäkologe Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn in der ARD. Das Risiko für Brustkrebs sinke je nach Auswertung um 25 bis 40 Prozent.
    Die Leitlinien hätten keine verpflichtende Wirkung, betont Abou-Dakn. Die Leitlinie ist für medizinisches Fachpersonal gedacht, das die Mütter berät. Die Leitline wurde auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften veröffentlicht.
    Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.