Ukraine-Krieg
Luftangriff auf Kiew während Besuch von Merz

Bundeskanzler Merz ist zu Gesprächen nach Kiew gereist. Er wird von Wirtschaftsministerin Reiche begleitet. Während des Besuchs gab es einen russischen Drohnenangriff auf eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt. Moskau hatte gestern vor Reisen nach Kiew gewarnt.

    Das Foto zeigt Bundeskanzler Merz bei seiner Ankunft in Kiew. Er wird von Andrij Sybiha, Außenminister der Ukraine und dem deutschen Botschafter in der Ukraine, begrüßt. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
    Bundeskanzler Merz ist in die Ukraine gereist (Kay Nietfeld / dpa)
    Der Kanzler sagte bei seiner Ankunft in Kiew, wenn Russland nicht gestoppt werde, richte sich die "Kriegsmaschinerie" früher oder später gegen Deutschland. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können. 
    Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden können. Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden - und weitere 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.

    Drohnenalarm in Kiew

    Kiews Bürgermeister Klitschko informierte bei Telegram über einen Drohneneinschlag auf der Fahrbahn der Nordbrücke der ukrainischen Hauptstadt. Er hatte bereits heute früh von einem Drohnenalarm berichtet. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts seien auf das Dach eines Wohnhauses gefallen.

    Moskau ruft Ausländer zum Verlassen Kiews auf

    Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Kanzlers warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew. Sie sollten die Stadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung. 

    Klitschko nennt Situation in Kiew "extrem dramatisch"

    Die Sicherheitslage in Kiew hat sich zuletzt verschlechtert. Bürgermeister Klitschko nannte die Situation in der Stadt "extrem dramatisch". Er warnte wörtlich davor, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland hatt in den vergangenen Tagen mehrere Brücken über den Dnipro angegriffen, sowie die Energieinfrastruktur und weitere zivile Ziele.
    Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.