Handelspolitik
"Made in Europe" - EU-Industriekommissar fordert Bevorzugung europäischer Unternehmen

Der Industriekommissar der EU, Séjourné, plädiert dafür, europäische Unternehmen bei Aufträgen zu bevorzugen. In einem Gastbeitrag unter anderem für das Handelsblatt schrieb Séjourné, wer öffentliche Gelder erhalte, müsse verpflichtet werden, auch in Europa zu produzieren.

    Ein Mitarbeiter geht an einer Abfüllanlage in der Produktion eines Maschinenbauunternehmens vorbei.
    Die EU fordert einen besseren Schutz der europäischen Industrie. (Armin Weigel/dpa)
    Er verwies darauf, dass immer mehr Länder Zölle erheben und ihre eigene Wirtschaft teils mit massiven Subventionen stützen. Die EU müsse darauf mit einer Strategie "Made in Europe" reagieren.
    Séjournés Aufruf wurde von mehr als 1.000 europäischen Gewerkschaften und Unternehmen unterzeichnet - darunter Bosch und Thyssenkrupp Steel.
    Kritik an dem Vorstoß äußerten unter anderem die Regierungen aus Schweden und Tschechien. Sie argumentieren, dass eine Bevorzugung europäischer Unternehmen Investoren abschrecke und der Wirtschaft letztlich schade. Auch die Bundesregierung reagierte zurückhaltend.
    Diese Nachricht wurde am 02.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.