Minneapolis
Gegenseitige Vorwürfe nach tödlichem Schusswaffeneinsatz von Bundesbeamten

Nach dem erneuten tödlichen Schusswaffeneinsatz in Minneapolis durch Bundesbeamte haben sich die Regierung des Bundesstaates Minnesota und US-Präsident Trump gegenseitige Vorwürfe gemacht. Zudem gab es landesweite Protestkundgebungen.

    Demonstranten auf einem großen Platz am Abend in Minneapolis
    Nachdem in Minneapolis erneut eine Person bei einem Einsatz von US-Bundesbeamten getötet wurde, wächst die Wut über das Vorgehen der US-Regierung. (picture alliance / Jon Putman)
    Minnesotas demokratischer Gouverneur Walz forderte Trump auf, die Einsatzkräfte abzuziehen. Er sprach von einer Kampagne organisierter Brutalität gegen die Bevölkerung. Walz forderte zudem, dass die tödlichen Schüsse von Ermittlern seines Bundesstaates untersucht werden müssten. "Der Bundesregierung können diese Ermittlungen nicht anvertraut werden", sagte der Demokrat. Nach einer Klage der Behörden von Minnesota erließ ein Richter eine einstweilige Verfügung, nach der es Bundesbehörden untersagt ist, Beweismittel in Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen eines Grenzschutzbeamten auf einen 37-jährigen US-Bürger zu zerstören oder zu verändern.

    Heimatschutzministerium spricht von Notwehr

    Trump wiederum warf Walz und dem Bürgermeister von Minneapolis, Frey, vor, mit ihrer Rhetorik einen Aufstand anzustacheln. Das Heimatschutzministerium bezeichnete die Schüsse als Notwehr. Es seien Schüsse auf einen Mann abgegeben worden, der sich den Polizisten mit einer Pistole genähert und sich dann "gewaltsam" seiner Entwaffnung widersetzt habe, hieß es.
    Eine Video-Analyse der Nachrichtenagentur AP widerspricht der Aussage des Heimatschutzministeriums. Demnach habe der Getötete vor dem Schuss ein Mobiltelefon in der Hand gehalten. Der Mann sei nicht mit einer Waffe zu sehen. Außerdem sei er von einem Grenzschutzpolizisten geschubst worden. Nach Angaben der Associated Press zeigen die Videos nicht eindeutig, wer als Erster auf den Getöteten geschossen habe.

    Zuletzt Empörung über Festnahme von Fünfjährigem

    Es war bereits der zweite tödliche Einsatz in Minneapolis innerhalb weniger Wochen. Am 7. Januar hatte ein Polizist der US-Einwanderungspolizei ICE eine 37-Jährige erschossen. Zuletzt sorgte die Festnahme eines fünfjährigen Jungen durch ICE-Beamte für Empörung.
    Die Trump-Regierung hat tausende Bundespolizisten nach Minneapolis geschickt, um Ausländer ohne gültige Papiere festzunehmen und abzuschieben. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten. 
    Diese Nachricht wurde am 25.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.