Studie
Mangelernährung wird in deutschen Krankenhäusern zu selten erkannt

In deutschen Krankenhäusern wird Mangelernährung bei Patienten offenbar massiv unterdiagnostiziert.

    Eine Krankenpflegerin in Schutzkleidung überprüft ein leeres Bett auf der Intensivstation.
    Der Analyse zufolge verdoppelt eine unerkannte Mangelernährung in Krankenhäusern die Sterblichkeit. (AFP/Ina Fassbender)
    Nach einer aktuellen Analyse von Krankenkassendaten, die im Fachjournal "Deutsches Ärzteblatt International" erschienen ist, erhielten nur gut ein Prozent der stationär Behandelten diese offizielle Diagnose. Fachleute schätzen den tatsächlichen Anteil der Betroffenen in Kliniken dagegen auf bis zu 30 Prozent. Bei vielen Erkrankungen kann der Körper weniger Nahrung zu sich nehmen oder über den Darm aufnehmen, zum Beispiel bei Entzündungen oder bei Krebs. Der Analyse zufolge liegt die Sterblichkeit bei einer unerkannten Mangelernährung doppelt so hoch und die jährlichen Gesundheitskosten pro Person erhöhen sich um mehr als 4.000 Euro.
    Bis Ende 2027 soll der Gemeinsame Bundesausschuss eine bundesweite Richtlinie vorlegen, die die Erkennung und Behandlung von Mangelernährung in Krankenhäusern regelt.
    Diese Nachricht wurde am 19.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.