
Graduell nehme die Aggressivität zu, sagte Deertz. "Wir haben aus dem Kalten Krieg Regeln, die wir von beiden Seiten nach wie vor beherzigen." Man halte Abstände ein. Ziel ist es dem Befehlshaber zufolge, Missverständnisse zu vermeiden. Es sei unredlich zu sagen, dass das Risiko eines militärischen Zwischenfalls bei null liege. "Es muss sich jetzt keiner Sorgen machen, dass er morgen angegriffen wird. Aber wir müssen die Augen eben aufhalten", so Deertz.
Großmanöver zur Sicherung des freien Seeverkehrs
In den vergangenen Tagen hatten rund 6.000 Soldaten aus 15 Nationen auf 20 Schiffen beim NATO-Manöver "Baltops" in der Ostsee trainiert. Die Übung wurde erneut von der US Navy angeführt. Die Sicherheit der Ostsee sei entscheidend für die Sicherheit Europas und damit auch der Vereinigten Staaten, betonte Vizeadmiral Jeffrey T. Anderson, der Befehlshaber der 6. US-Flotte.
Schwerpunkt des Großmanövers war die Sicherung des freien Seeverkehrs in der Ostsee. Außerdem ging es nach Marineangaben um robuste Abschreckung. Die Ostsee gilt auch angesichts des andauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als strategisch wichtiges Meer. Russland ist als einziger der neun Ostseeanrainerstaaten kein NATO-Mitglied.
Abgestimmtes Lagebild durch Zusammenarbeit mit Küstenwache, Fischerei und Zoll
Deertz verwies auf die Zusammenarbeit nicht nur zwischen den Militärs, sondern auch mit der Küstenwache, der Fischerei oder dem Zoll. Das ergebe ein abgestimmtes Lagebild, auf das schneller reagiert werden könne. Mit Blick auf die sogenannte Schattenflotte, mit der Russland Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine umgehen will, sprach der Befehlshaber von einem "gegenseitigen Hochstacheln". "Es ist durchaus in unserem Interesse, dass sie mit ihren Marineeinheiten mehr auf ihre Handelsschiffe gucken müssen."
Diese Nachricht wurde am 18.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
