Rundfunk
MDR warnt mit Kampagne vor Kündigungsplänen der AfD in Sachsen-Anhalt

Der Mitteldeutsche Rundfunk warnt mit einer Kampagne im Programm vor dem Vorhaben der AfD in Sachsen-Anhalt, den Rundfunkstaatsvertrag für das Bundesland zu kündigen.

    Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Der Mond scheint über der Programmdirektion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).
    Stille im Radio: MDR reagiert auf AfD-Kündigungspläne. (Jan Woitas/dpa)
    Auf der Internetseite des MDR und in Sozialen Medien sind Beiträge mit einem schwarzen Bild versehen. Darauf steht die Frage "Kein MDR mehr in Sachsen-Anhalt?". Das Radioprogramm wurde mit einigen Sekunden Stille unterbrochen; in den Fernsehnachrichten wurde kurz ein schwarzer Hintergrund gesendet.
    Die AfD will den Staatsvertrag im Falle einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt nach der Landtagwahl am 6. September direkt kündigen. Nach Auffassung von Juristen würde eine solche Kündigung allerdings erst frühestens Ende 2028 wirksam. Der Rundfunkbeitrag müsste dem MDR zufolge auch weiterhin gezahlt werden.
    Auch der Norddeutsche Rundfunk machte in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Aktion auf die möglichen Folgen einer solchen Kündigung aufmerksam. In einem seiner Radioprogramme demonstrierte der NDR, welche Formate im Radio und Fernsehen in Mecklenburg-Vorpommern dann nicht mehr ausgestrahlt werden könnten. Daraufhin wurden angekündigte Beiträge für einige Sekunden durch Stille ersetzt. Die AfD kritisierte die Aktion als Wahlkampf gegen sie. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September statt.
    Diese Nachricht wurde am 25.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.