Nach Drohnen-Vorfall
Medienbericht: Ermittler finden in Leipzig weitere Drohne und Sprengstoff

Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig Anfang August gehen die Ermittler Medienberichten zufolge davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt wurden. Insgesamt ist jetzt von drei Drohnen die Rede.

    Ein Polizist steht auf dem Gelände des Flughafen-Leipzig/Halle hinter einem Gitter.
    Nach dem Fund einer bewaffneten Drohe am Flughagen Leipzig/Halle wurde eine weitere Drohne gefunden (Archivbild). (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)
    Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten unter Berufung auf Ermittlungskreise, eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein. Außerdem sei eine dritte Drohne zehn Tage nach dem Vorfall auf einem Feld westlich des Flughafens gefunden worden.

    "Größerer Anschlag geplant als bislang bekannt"

    Die Ermittler sollen an der Fundstelle der dritten Drohne eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte. Die Sicherheitsbehörden vermuten laut dem Medienbericht, dass die Täter womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn hatten als bislang öffentlich bekannt.
    Am Flughafen Leipzig war Anfang August im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.

    Zweite Drohne geriet möglicherweise in ein Triebwerk

    Eine zweite Drohne soll wenige Minuten nach dem Fund der ersten mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein, wie es in dem Medienbericht weiter heißt. Das Flugzeug prallte wohl auf der Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit der Drohne zusammen. Wenige Sekunden zuvor sollen die Piloten der Maschine ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben.
    Bei einer Untersuchung des DHL-Flugzeugs sei am Leitwerk der Maschine eine Beschädigung festgestellt worden. Gefunden wurde diese zweite Drohne oder auch nur Teile davon bislang jedoch nicht. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß in die Triebwerke geraten und dabei in kleinste Teile zerhackt worden sein.

    Russland weist Beteiligung an Anschlagsversuch zurück

    Unklar ist nach wie vor, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckte. Sicherheitskreise gehen laut SZ, NDR und WDR davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert waren.
    Moskau weist eine Beteiligung zurück. Die mit dem Fall betraute Bundesanwaltschaft wollte sich zu dem Medienbericht nicht äußern.
    Diese Nachricht wurde am 25.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.