CLAIM
Mehr als 4.000 Fälle registriert: Allianz legt Lagebild zum Ausmaß der Islamfeindlichkeit in Deutschland vor

In Berlin ist ein Lagebild zum Ausmaß der Islamfeindlichkeit in Deutschland vorgestellt worden. Demnach gab es eine deutliche Steigerung.

    Ein Schild mit der Aufschrift "gib Islam keine chance" ist zu sehen.
    Islamfeindlichkeit. (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    Laut dem zivilgesellschaftlichen Bündnis CLAIM wurden im vergangenen Jahr mehr als 4.000 antimuslimische Vorfälle erfasst, gut eintausend mehr als im Jahr davor. Es sei jedoch von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Viele Betroffene machten die Erfahrung, dass ihre Erlebnisse relativiert oder nicht ernst genommen würden. Das Lagebild verdeutliche, dass es sich bei antimuslimischem Rassismus nicht um ein Randphänomen handele.
    Den Angaben der Organisation zufolge werden Taten oberhalb und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfasst. Die Zahlen stammen unter anderem aus elf Melde- und Beratungsstellen sowie aus Polizeimitteilungen.
    Anfang des Monats hatte CLAIM allein für Berlin mit fast 1.000 antimuslimischen Vorfällen einen Höchststand registriert. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da vieles weder gemeldet noch angezeigt wird. Integrationssenatorin Kiziltepe (SPD) sagte, die Zahlen schockierten sie. CLAIM-Geschäftsführerin Hanano erklärte, besorgniserregend sei, dass viele die Erfahrungen betroffener Menschen noch immer relativierten oder infrage stellten. Das führe zu Verunsicherung, Rückzug und schwäche das Vertrauen in staatliche Institutionen und in Politik.
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.