
Die Menschen wollten eine Kapitulation der Ukraine und deren Abzug aus den umkämpften Gebieten, sagte der Leiter des unabhängigen Lewada-Instituts. Mitgefühl mit den Ukrainer gebe es kaum. Aber auch bezüglich der gefallenen russischen Soldaten gebe es nur wenig Empathie, weil viele von ihnen verurteilte Straftäter seien und die Vertragssoldaten als bezahlte "Söldner" betrachtet würden, fügte der 79-Jährige hinzu.
Enttäuschung nur gegenüber Trump
Die russische Bevölkerung unterstütze Putin auch bezüglich der Verhandlungen mit den USA und deren Präsidenten Trump, erläuterte Gudkow weiter. Dass trotz Trumps Engagement bislang kein Friedenschluss erzielt worden sei, habe zwar zu Enttäuschung in Russland geführt - jedoch nur gegenüber Trump, nicht aber gegenüber Putin, den rund 85 Prozent der Russen weiter unterstützten.
Angst vor der NATO
75 Prozent der russischen Menschen haben laut einer Lewada-Studie Angst davor, dass Russland in einen Dritten Weltkrieg geraten könnte. Befürchtet werde, dass der Westen Russland angreifen, vernichten und sich zudem der russischen Reichtümer bedienen wolle, so Gudkow. Der größte Gefahrenfaktor stelle für die Befragten die NATO dar, die laut einer weit verbreiteten Ansicht nur zum Zweck gegründet worden sei, Russland zu vernichten. Auf Basis dieser Haltung fühle sich das russische Volk als Opfer einer großen Aggression, weswegen es die eigene Regierung unterstützen müsse, erläuterte der Meinungsforscher.
Das Lewada-Zentrum ist das einzige von staatlichen Investitionen unabhängige Meinungsforschungsunternehmen Russlands. Benannt wurde es nach dem russischen Soziologen Juri Lewada. Gegründet im Jahr 1987 im Rahmen des Meinungsforschungsinstituts WZIOM, wurde das Zentrum 2003 unabhängig. 2016 wurde es als "ausländischer Agent" eingestuft.
Diese Nachricht wurde am 06.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



