Montag, 26. September 2022

Melbourne
Schweigeminute auf der Welt-Aids-Konferenz

Mit einer Schweigeminute für die Opfer des abgestürzten MH17-Fluges hat die 20. Welt-Aids-Konferenz in Melbourne begonnen. An Bord des Flugzeugs waren sechs Delegierte der Konferenz, darunter der ehemalige Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, Joep Lange aus den Niederlanden.

20.07.2014

    Rund 12.000 Forscher, Experten, Aktivisten und Betroffene aus 200 Ländern sind in Melbourne zur 20. Welt-Aids-Konferenz zusammengekommen. Die Teilnehmer gedachten zu Beginn der Konferenz zunächst der Opfer des in der Ukraine abgestürzten Fluges MH17 mit einer Schweigeminute. An Bord waren sechs Delegierte auf dem Weg nach Melbourne. Bis zum kommenden Freitag (25.07.2014) wird dort unter anderem über Fortschritte bei der Impfstoff- und Medikamentenforschung informiert und Erfahrungen mit neuen Therapien diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist der anhaltende Kampf gegen Diskriminierung.
    Neue Ziele bis 2020
    Der Exekutivdirektor der UN-Organisation UNAIDS, Michel Sidibé, präsentierte zum Auftakt eine neue Vision: "Bis 2020 sollen 90 Prozent aller HIV-Infizierten ihren Status kennen, 90 Prozent sollen Zugang zu Medikamenten haben und bei 90 Prozent soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein", sagte er. "So kann die Epidemie bis 2030 beendet werden." Eine Mammutaufgabe: Noch sind sich 54 Prozent der weltweit geschätzten 35 Millionen Betroffenen ihrer Infektion gar nicht bewusst.
    WHO warnt vor Kriminalisierung
    Ein Hindernis auf dem Weg zu diesem Ziel sind diskriminierende Gesetze etwa in Russland, Indien und afrikanischen Ländern, die Homosexuelle und HIV-Positive in den Untergrund treiben. "Wir dürfen nicht einfach zusehen, wenn Regierungen monströse Gesetze erlassen, die die verwundbarsten Gesellschaftsschichten marginalisieren", sagte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft, Françoise Barré-Sinoussi. Die Kriminalisierung bestimmter Verhaltensweisen - Drogenkonsum, Sexarbeit, Homosexualität - führt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu, dass gerade die Gruppen, die größte Gefahr laufen, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, medizinisch nicht angemessen versorgt werden.
    (cc/mg)