
Nach Ansicht des Gerichtshofs verfolgt Kavalas Verurteilung vor allem das Ziel, den Unternehmer als Verteidiger der Menschenrechte zum Schweigen zu bringen. Das erklärte der Vorsitzende Richter Guyomar in Straßburg. Er verwies auf ein Urteil aus dem Jahr 2019, in dem der Gerichtshof zu dem Schluss gekommen war, dass die Inhaftierung Kavalas nicht auf konkreten Verdachtsmomenten basiere. Die Verurteilung habe vielmehr das Ziel gehabt, andere Aktivisten zu entmutigen.
Osman Kavala befindet sich seit 2017 in Haft. Die türkische Justiz wirft ihm vor, die regierungskritischen Demonstranten im Zuge der sogenannten Gezi-Proteste im Jahr 2013 finanziell unterstützt und damit den Sturz der Regierung in Ankara angestrebt zu haben. Kavala weist die Anschuldigungen zurück.
Diese Nachricht wurde am 25.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
