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Merkels Afrika-WocheMehr Geld, weniger Flüchtlinge?

"Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse", sagte Bundeskanzlerin Merkel vor ihrer Reise nach Mali, Niger und Äthiopien. Allein schon dieser Satz zeigt, wie sehr sich die Prioritäten der deutschen Außenpolitik verschoben haben: Mit der Flüchtlingskrise sind die Probleme Afrikas auch zu ureigenen deutschen Problemen geworden.

Diskussionsleitung: Klaus Remme, Deutschlandradio | 12.10.2016

Überfülltes Boot mit afrikanischen Flüchtlingen vor der Küste Libyens
Hunderttausende Afrikaner wollen nach Europa. Ein überfülltes Boot mit Flüchtlingen vor der Küste Libyens. (picture alliance / EPA / STR )
Mit ihrer Reise hat die Kanzlerin signalisiert, dass sich Deutschland in Zeiten der Flüchtlingskrise stärker für den Nachbarkontinent engagieren will. Armutsbekämpfung, Jobs, mehr Bildung, Rücknahmeabkommen dort, wo sie möglich sind – sieht so das deutsche Engagement aus? Merkel will Fluchtursachen vor Ort bekämpfen, damit die Menschen dort bleiben - heißt also mehr Geld weniger Flüchtlinge? Sind angesichts der Flüchtlingskrise in Europa die finanziellen Erwartungen afrikanischer Staaten nicht größer geworden? Und hätte man sich nicht schon viel früher für Afrika interessieren müssen?
Zurück in Deutschland geht Merkels afrikanische Woche weiter: In Berlin empfängt sie am Mittwoch den Präsidenten des Tschad und am Freitag den Präsidenten Nigerias.
Es diskutieren:
  • Helmut Asche, Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Universität Mainz
  • Nico Fried, Süddeutsche Zeitung
  • Niema Movassat, MdB, Die Linke
  • Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin
Live am Mittwoch, 12. Oktober 2016, 19.15 - 20.00 Uhr aus dem Deutschlandradio-Hauptstadtstudio Berlin, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin (im Haus der Bundespressekonferenz).