
Macron hatte vorgeschlagen, die Beschaffung strategischer Güter zu einem bestimmten Teil innerhalb Europas abzuwickeln, um europäische Firmen zu schützen. Auch sprach er sich für Quoten für Produkte "Made in Europe" aus.
Merz erklärte in Antwerpen, "Made in Europe" könnte zu eng gefasst sein. Europäische Präferenzregeln müssten "klug" eingesetzt werden - nur für kritische, strategische Sektoren und nur als letztes Mittel. Europa brauche seine Handelspartner und müsse diese einbeziehen.
Merz forderte zudem, das bestehende CO2-Handelssystem in der EU zu überarbeiten und die nächsten Schritte notfalls zu verschieben. Das System sei eingeführt worden, um die Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig den Unternehmen den Übergang zu CO2-freien Produktionslinien zu ermöglichen, sagte der Kanzler. "Sollte es sich aber nicht um das richtige Instrument handeln, sollten wir sehr offen für eine Überarbeitung oder zumindest für eine Verschiebung sein."
Ausweitung ab 2027 geplant
Ab 2027 ist die Ausweitung des Emissionshandelssystems auf Gebäude, Straßenverkehr und bestimmte industrielle Sektoren geplant. Teile der Industrie warnen, dass die Produktion dann noch teurer wird.
Das Treffen in Antwerpen fand im Vorfeld eines informellen EU-Gipfels statt, bei dem die 27 Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Belgien über die Industriepolitik der EU beraten.
Diese Nachricht wurde am 11.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
