
Die gesetzliche Rentenversicherung werde bleiben, aber sie werde nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus sein, erklärte Merz vor rund 850 geladenen Gästen der Finanzbranche. Die private Altersvorsorge und die Betriebsrente sollen nach Aussage des Kanzlers eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher, beide kapitalgedeckt. Merz spricht von einem Paradigmenwechsel in der deutschen Rentenpolitik.
Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission soll bis Mitte des Jahres Vorschläge vorlegen. Das Gremium besteht aus drei Bundestagsabgeordneten der Regierungsparteien sowie acht Wissenschaftlern aus Wirtschaft und Sozialpolitik.
Merz: Mehr Unabhängigkeit der EU gegenüber den USA
Merz sprach sich zudem für eine größere Unabhängigkeit der EU gegenüber den USA aus. Die transatlantischen Beziehungen hätten sich verändert. Er bedauere das. Angesichts der globalen Umbrüche sprach der Kanzler von einem Epochenbruch. Derzeit sei eine Welt zu erleben, in der sich wieder Großmächte herausbildeten, die nicht Regeln einhielten, sondern Machtpolitik ausübten.
Wenn die Europäer geschlossen und entschlossen handelten, dann könnten sie auf der Welt etwas bewirken, betonte Merz. Er sehe einen Weg für ein souveränes, friedliches und ökonomisch prosperierendes Europa. Deutschland komme dabei eine zentrale Rolle zu.
Neben mehr Souveränität und Unabhängigkeit sei eine große Aufgabe, dass Europa aus eigener Kraft verteidigungsfähig werden müsse. Außerdem müssten die Standortbedingungen für die europäische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig werden.
Diese Nachricht wurde am 03.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
