
Das höre nicht auf, wenn man der Ukraine nicht mehr helfe. Im Gegenteil, es werde danach nur noch mehr. Das Wichtigste sei der Erhalt der bestehenden politischen Ordnung in Europa, die nicht nur in der Ukraine, sondern in ganz Europa bedroht werde. Merz fügte hinzu, womöglich müsse die Hilfe besser und ausführlicher begründet werden. Der Bundeskanzler sagte der Ukraine bei seinem Besuch eine Milliarde Euro an Militärhilfen und weitere 350 Millionen für den Energiesektor zu.
Appell an Putin
Merz rief zudem den russischen Präsidenten Putin zu Verhandlungen auf. Während des Besuchs gab es mehrfach Drohnenalarm. Der Kanzler besichtigte zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj unter anderem die Ruine der Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude war am Montag von einer russischen Drohne getroffen worden. Der CDU-Politiker sagte, er appelliere noch einmal an den russischen Staatspräsidenten: "Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf". Man sei bereit, über ein Ende des Krieges zu sprechen, aber erst, wenn die Waffen schwiegen. Der Kanzler sprach von "täglichen Kriegsverbrechen", die in Kiew verübt würden. Selenskyj dankte Merz für die Unterstützung und attestierte Deutschland "konsequente Führungsstärke". Russland müsse gemeinsam gestoppt werden.
Merz wurde von Wirtschaftsministerin Reiche begleitet. Während des Besuchs gab es einen russischen Drohnenangriff auf eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt. Moskau hatte gestern vor Reisen nach Kiew gewarnt.
Weitere Hilfszusagen
Bei seiner Ankunft am Bahnhof in Kiew hatte Merz erklärt, wenn Russland nicht gestoppt werde, richte sich die "Kriegsmaschinerie" früher oder später gegen Deutschland. Nach Angaben aus Regierungskreisen will die Bundesregierung den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern. Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden. Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden - und weitere 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.
Klitschko nennt Situation in Kiew "extrem dramatisch"
Die Sicherheitslage in Kiew hat sich zuletzt verschlechtert. Bürgermeister Klitschko nannte die Situation in der Stadt "extrem dramatisch". Er warnte wörtlich davor, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland hatte in den vergangenen Tagen mehrere Brücken über den Dnipro angegriffen, sowie die Energieinfrastruktur und weitere zivile Ziele.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Ukraine – Kanzler Merz und
Wirtschaftsministerin
Reiche besuchen Kiew
Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
