Wahlkampf in Sachsen-Anhalt
Merz zieht Grenzen für Kooperation mit Linkspartei und AfD

CDU-Chef und Bundeskanzler Merz hat ein gemeinsames Regierungsprogramm mit AfD oder Linkspartei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ausgeschlossen.

    Deutscher Bundestag: Pressekonferenz nach Sondersitzung der Unionsfraktion: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) (picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Bei beiden Parteien gebe es derart fundamentale Unterschiede zur Union, dass eine Zusammenarbeit ausgeschlossen sei, sagte Merz der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Magdeburger Volksstimme". Zugleich kritisierte Merz den Wahlkampf des AfD-Spitzenkandidaten Siegmund. Dieser mache den Menschen etwas vor und verkläre eine Vergangenheit, die er selbst gar nicht erlebt habe. Der Kanzler hatte außerdem vor einem Rückzug internationaler Investoren gewarnt, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt in Regierungsverantwortung kommen. Dies wies Siegmund zurück. Vielmehr werde es unter Führung seiner Partei eine wirtschaftspolitische Blütezeit geben.

    Erster Wahlkampftermin für Merz

    Merz war gestern offiziell in den Wahlkampf eingestiegen. Bei seinem ersten Wahlkampftermin in Sachsen-Anhalt warnte der Kanzler erneut vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. Sachsen-Anhalt ‌dürfe kein "Experimentierfeld ⁠für Wutbürger" werden⁠, sagte der CDU-Vorsitzende bei einem gemeinsamen Auftritt mit CDU-Ministerpräsident Schulze in Quedlinburg.
    Merz wiederholte auch seine Warnung vor den wirtschaftlichen Folgen, falls das Bundesland nach der Wahl nicht mehr regierbar sein sollte oder die AfD dort die absolute Mehrheit erziele. Investoren würden es sich dann "dreimal überlegen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren."

    Pfiffe für Merz bei Wahlkampfauftritt in Kühlungsborn

    Zuvor hatte Merz das Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Dort wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Bei einem Spaziergang auf der Strandpromenade mit CDU-Spitzenkandidat Peters wurde Merz von Passanten zum Teil ausgepfiffen und als "Kriegstreiber" und "Pinocchio" beschimpft. Widerspruch gab es aus dem Publikum - von Menschen, die etwa an den Anstand der lautstarken Merz-Gegner appellierten.
    Ein anschließend geplantes Pressestatement des Bundeskanzlers wurde ohne Begründung abgesagt.

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    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.