Steigende Kosten
Milliardenschweres Minus bei Pflegeversicherung erwartet - GKV-Vorsitzender Blatt: "Alarmstufe Rot"

Die Finanznot der Pflegeversicherung spitzt sich angesichts steigender Ausgaben zu. In der ersten Hälfte des Jahres lief bereits ein Defizit von 770 Millionen Euro auf, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mitteilte. Voraussichtlich im Oktober würden die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren.

    In einer Tagespflegeeinrichtung schiebt eine Pflegerin einen Patienten im Rollstuhl.
    Ab Oktober ist bei der Pflegeversicherung nicht mehr genug Geld vorhanden, um die Pflegeleistungen zu finanzieren (Archivbild). (picture alliance / SvenSimon / Malte Ossowski)
    Bis zum Jahresende brauche es dann nochmals 500 Millionen Euro, erklärte der Verbandsvorsitzende Blatt. Damit sei für dieses Jahr mit einem Minus von 1,2 Milliarden Euro zu rechnen, zusätzlich zu den Darlehen des Bundes von 3,2 Milliarden Euro. Die Pflege sei akut in Not. Es herrsche Alarmstufe Rot, betonte Blatt. Die Politik müsse schnell handeln, denn in wenigen Monaten seien die Reserven aufgebraucht.
    Die Bundesregierung bereitet für den Herbst eine Pflegereform vor, die direkt zu den großen Vorhaben des neuen Gesundheitsministers Linnemann zählt. Ein noch von seiner Amtsvorgängerin Warken vorgelegter Entwurf sieht Ausgabenbremsen und Mehreinnahmen vor, um allgemeine Beitragserhöhungen im kommenden Jahr zu vermeiden.
    Blatt warnte, solange die Ausgaben schneller stiegen als die Einnahmen, würden die Finanzprobleme größer und nicht kleiner. Im ersten Halbjahr sei ein Wachstum der Ausgaben der Pflegeversicherung von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet worden. Auf der anderen Seite wuchsen die Beitragseinnahmen den Angaben zufolge nur um 3,9 Prozent.
    Diese Nachricht wurde am 31.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.