
Bis zum Jahresende brauche es dann nochmals 500 Millionen Euro, erklärte der Verbandsvorsitzende Blatt. Damit sei für dieses Jahr mit einem Minus von 1,2 Milliarden Euro zu rechnen, zusätzlich zu den Darlehen des Bundes von 3,2 Milliarden Euro. Die Pflege sei akut in Not. Es herrsche Alarmstufe Rot, betonte Blatt. Die Politik müsse schnell handeln, denn in wenigen Monaten seien die Reserven aufgebraucht.
Die Bundesregierung bereitet für den Herbst eine Pflegereform vor, die direkt zu den großen Vorhaben des neuen Gesundheitsministers Linnemann zählt. Ein noch von seiner Amtsvorgängerin Warken vorgelegter Entwurf sieht Ausgabenbremsen und Mehreinnahmen vor, um allgemeine Beitragserhöhungen im kommenden Jahr zu vermeiden.
Blatt warnte, solange die Ausgaben schneller stiegen als die Einnahmen, würden die Finanzprobleme größer und nicht kleiner. Im ersten Halbjahr sei ein Wachstum der Ausgaben der Pflegeversicherung von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet worden. Auf der anderen Seite wuchsen die Beitragseinnahmen den Angaben zufolge nur um 3,9 Prozent.
Diese Nachricht wurde am 31.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
