
Das Ministerium setze darauf, dass weiter gefüllt werde.
Für Händler, die normalerweise im Sommer Gas kaufen, um es in der Heizperiode im Winter zu verkaufen, ist der Einkauf wegen der hohen Preise derzeit wenig attraktiv. Hintergrund ist die Blockade der Straße von Hormus, über die ein Großteil des internationalen Transports von Gas und Öl läuft.
Zum 1. November müssten die deutschen Gasspeicher nach gesetzlichen Vorgaben eigentlich zu jeweils 80 Prozent gefüllt sein. Netzagentur-Chef Müller sagte ebenfalls, er erwarte, dass die Gashändler ihrer Verantwortung nachkämen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnte angesichts der niedrigen Speicherstände vor steigenden Preisen und empfahl Privathaushalten zu prüfen, ob der eigene Gasvertrag eine Preisbindung über den Winter hinaus vorsieht. Die Verbandsvorsitzende Pop sagte der Rheinischen Post, andernfalls könne ein Preisvergleich und ein Wechsel lohnen.
Andreas Schröder vom Informations- und Analysedienst ICIS
sagte im Deutschlandfunk
, wenn der Markt nicht liefere, dann müsse man überlegen, wie der Staat eingreifen könne. Andere Länder hätten das bereits getan, Deutschland führe aber erst im nächsten Jahr eine staatliche strategische Gasspeicherreserve ein.
Auch Schröder rechnet aufgrund der aktuellen Lage mit steigenden Gaspreisen. Sollten weitere ungünstige Faktoren eintreten, könnte es sogar zu einem Versorgungsengpass gegen Ende des Winters kommen, so der Experte. Solche Faktoren wären nach seinen Worten etwa ein besonders kalter Winter, ein Fortdauern des Irankriegs und Versorgungseinbrüche beim Flüssiggas aus den USA.
Deutschland habe sich beim Flüssiggas abhängig von den USA gemacht, 90 Prozent der importierten Menge an so genanntem LPG komme aus den Vereinigten Staaten.
Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
