Sexualisierte Gewalt
Missbrauchsskandal an Erfurter Gymnasium: Zweiter Lehrer zur Haftstrafe verurteilt

Im Missbrauchsskandal an einem Erfurter Gymnasium ist ein weiterer früherer Lehrer zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

    Das Gebäude des Landgerichts Erfurt
    Der erste angeklagte Lehrer wurde Ende Oktober vom Landgericht Erfurt verurteilt. (Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)
    Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass er in 69 Fällen sexuelle Gewalt gegen drei Schülerinnen verübt hat. Freigesprochen wurde er vom Vorwurf der Vergewaltigung. Das Urteil lautet auf vier Jahre und drei Monate Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte auf sieben, die Verteidigung auf zwei Jahre plädiert. Ein anderer Lehrer desselben Gymnasiums war Ende Oktober wegen des langjährigen Missbrauchs einer Schülerin zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Diese Schülerin hatte sich einst ausgerechnet dessen heute verurteiltem Kollegen anvertraut. Doch statt zu helfen, verlangte er pornografische Bilder. Allein diese Verknüpfung lasse einen fassungslos zurück, sagte der Richter. Mit Blick auf diese Schule werde man schon nachdenklich, was in dieser Gesellschaft eigentlich schieflaufe. Seit Jahren sei an dem Gymnasium getuschelt worden.
    Die Anwältin des heute erwachsenen Opfers sagte, sie wünsche sich, dass mit dem Urteil ein Zeichen gesetzt werde. Betroffene von institutionalisiertem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt könnten auch Jahre später eine Stimme finden.
    Diese Nachricht wurde am 06.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.