
Die USA und Russland verpflichteten sich damit, ihre atomaren Sprengköpfe jeweils auf maximal 1.550 zu verringern. Zudem wollten beide Seiten ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf höchstens 800 begrenzen. Im vergangenen Jahr hatte Russlands Präsident Putin den USA vorgeschlagen, das Abkommen um ein Jahr zu verlängern. Der amerikanische Präsident Trump nannte den Vorstoß zwar eine gute Idee, es kam aber zu keiner Vereinbarung.
Japanische Atombomben-Überlebende warnen vor Atomkrieg
Der Ko-Vorsitzende der Organisation "Nihon Hidankyo", Tanaka, sagte, die Welt habe die Dringlichkeit des Problems nicht erkannt. Angesichts der aktuellen Lage habe er das Gefühl, dass man in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich einen Atomkrieg erleben werde. Bürger von Atomstaaten machten sich keine großen Gedanken über die Waffen ihres Landes und sähen darin vielleicht sogar einen Beweis dafür, dass sie eine Großmacht seien.
Nihon Hidankyo ist eine Gruppe von Überlebenden der US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945. Die Organisation setzt sich für eine Welt ohne Atomwaffen ein und wurde 2024 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Ischinger befürchtet nukleare Aufrüstung anderer Staaten
Der Präsident der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, sprach von einer gefährlichen Entwicklung. Im Deutschlandfunk sagte Ischinger, wenn die Abrüstungskontrolle nicht wieder angekurbelt werde, könnten mehrere Staaten überlegen, sich nukleare Bewaffnung anzuschaffen. Ischinger erklärte, er erwarte, dass die USA in den nächsten Monaten versuchen würden, neben Russland auch China in einen neuen Rüstungskontrollmechanismus einzubeziehen. Das sei sowohl im amerikanischen als auch im globalen Interesse. Russlands Präsident Putin hatte sich hingegen dafür ausgesprochen, das bisherige Abkommen zu verlängern.
Nuklearexperte Liviu Horovitz: "Wettlauf gegen die Verwundbarkeit"
Die Bundesregierung führt gegenwärtig mit Partnern Gespräche über einen europäischen Atomschirm. Nach Auffassung des Nuklearexperten Liviu Horovitz geht es dabei nicht um eine europäische Regierung oder eine europäische Armee. Auch solle Frankreich die USA nicht als alleiniger Anbieter nuklearer Abschreckung für ganz Europa ersetzen, sagte Horovitz im Deutschlandfunk; in der EU ist allein Frankreich im Besitz von Atomwaffen. Es werde wohl eher um die Frage gehen, wie Frankreich eine stärkere Rolle spielen könne. Großbritannien binde sein Nukleararsenal bereits in die NATO ein - Frankreich nicht, hob Horovitz hervor. In den Gesprächen könnte beispielsweise thematisiert werden, wohin französische Jagdbomber außerhalb des Landes mit nuklearer Bewaffnung verlegt werden könnten. Es gehe also keinesfalls um den großen Wurf, also um eine Europäisierung des französischen Arsenals.
Zur derzeitigen Modernisierung des französischen Arsenals meinte der Wissenschaftler, das bestehende Material komme ans Ende seiner Lebensdauer. Dies betreffe unter anderem U-Boote, Raketen und Infrastruktur. Abschreckung wirke aber nur, wenn der Gegner glaube, dass die Systeme einsatzfähig seien. Es handele sich nun also um einen Wettlauf gegen die Verwundbarkeit. - Horovitz arbeitet für die Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, die die Bundesregierung berät.
Diese Nachricht wurde am 05.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.


